Wurkkos HD17

Disclaimer: Wurkkos hat mir die Lampe kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf das Review hatte dies keinen Einfluss.

Alle Messungen wurden mit Hobbyequipment durchgeführt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind dementsprechend möglich.


Einleitung

Wurkkos hat mir die Lampe gemeinsam mit der Wurkkos HD05 geschickt. Ich hatte vorab schon einige Diskussionen, vor allem zum UI der Lampe, verfolgt. Diese waren sehr gemischt, daher war ich gespannt bis skeptisch, wie die Lampe denn nun sein würde. Der Formfaktor an sich ist ja sehr vielversprechend!

Mein erstes Sample war leider defekt (die LED hat beim Laden des Akkus nicht von rot auf grün umgeschaltet), den besten Start hatte ich also mit der Lampe nicht.


Spezifikationen laut Wurkkos

Zum Zeitpunkt des Reviews gibt es nur die eine, hier gezeigte Version.

Ihr könnt die Lampe direkt bei Wurkkos oder bei Amazon mit Code SP3HMDBQ kaufen.


Packungsinhalt und Eindrücke

Die Lampe kommt in der typischen, weißen Wurkkos-Box mit Bild der Lampe und allen wichtigen technischen Daten. Die Box ist größer, als ich es erwartet hatte. Das ist dem Zubehör geschuldet. Neben der Lampe liegen noch ein Stirnband, ein Clip, Ersatz-O-Ringe und eine mehrsprachige Anleitung bei.

Die Lampe gefällt mir optisch recht gut. Die Anodisierung ist leicht glänzend und glatt, die Laserbeschriftung ist schön gemacht.

Die TIR ist nicht von Glas bedeckt. Der Teil für Spot ist glatt, die kleinen Bereiche für die roten LEDs und der Bereich für Flood sind facettiert.

Bei den Haupt-LEDs handelt es sich laut Wurkkos um SST-40 (laut Aufkleber auf der Packung), zu den roten LEDs habe ich keine Informationen. Diese sitzen gemeinsam auf einem Board, auf dem auch noch Treiberkomponenten sitzen. Wer also darüber nachdenkt, die Lampe zu modden, sollte sich dessen bewusst sein.

Auf einer Seite der Lampe findet sich der USB-C-Port, verschlossen mit einer Gummiabdeckung. Diese ist, wie bei vielen Lampen, die einzige Abdichtung für den USB-C-Port. Die Lampe ist aber auch nur mit IPX6 angegeben, vermutlich wegen des Schalters. Daneben sitzt der Indikator für den Ladezustand.

Der Batterieindikator zeigt rot beim Laden, grün für geladen. Wenn man die Lampe einschaltet, zeigt er für ca. 5 Sekunden den Ladezustand es Akkus an:

100-75% grün leuchtend
75-50% grün blinkend
50-25% rot leuchtend
25-0% rot blinkend

Der eben schon genannte Schalter ist, ebenso wie der Rest der Lampe, schön gemacht. Der drehbare Ring rastet sauber ein und bietet guten Widerstand. Versehentlich verstellen wird er sich sicher nicht, die Verstellung am Kopf hat für mich gut funktioniert.
Der Druckknopf ist etwas schwammig und bietet wenig taktiles Feedback, bedient sich aber trotzdem ganz gut.

Die Rillen auf der Rückseite dienen als Rasterung für das Kopfband, bieten aber auch guten Grip in der Hand. Ich bin, ehrlich gesagt, sehr überrascht, wie gut die Lampe als „normale Taschenlampe“ funktioniert. Klar, die Form ist ungewohnt, aber über meinen Testzeitraum habe ich immer wieder ohne Stirnband zur Lampe gegriffen.

Auch mit dem Clip an Rucksack oder Slingbag geklippt hat sich die Lampe bewährt. Ich mag das auch mit Winkellampen recht gerne, wenn man aber eine Möglichkeit findet, die HD17 horizontal anzubringen, so hat man sogar die vollen Einstellmöglichkeiten einer Stirnlampe.


Größe

Meine Waage zeigt bei der Lampe 127g mit Akku, 164g mit Akku und Stirnband an.

Ich habe bei der Lampe 96mm Länge, 36mm Tiefe und eine Höhe am Lampenkörper von 25mm,an den Kappen von 36mm gemessen.


Trage- und Befestigungsmöglichkeiten 

Lanyard: Es ist kein Lanyard enthalten.

Clip: Der Clip ist gut gemacht. Er hat ausreichend Raum für dickere Stoffe und sitzt gut an der Lampe. Die Spannung ist kräftig, aber so, dass man die Lampe ohne zweite Hand anclipsen kann.

Ist der Clip mit der Öffnung Richtung Schalter montiert, so fehlen 1-2 mm zur Kante der Tailcap, das geht dann schon als Deep Carry durch. Andersherum steht der Schalter über. Diese Aufteilung hat mir gut gefallen.

Magnet: Der Magnet sitzt gegenüber des Schalters in der Tailcap. Er ist kräftig und hält die Lampe ohne Probleme in jedem Winkel.

(Jacken)tasche: Erstaunlicher Weise trägt sich die Lampe in der Hosentasche (mit Clip) sehr bequem. Der frei bewegliche Clip ist da sehr förderlich, die weitestgehend Flache Bauform auch.
Auch in der Jackentasche ist die Lampe absolut unauffällig.

Kopfband: Das Stirnband sitzt mit der Plastikplatte gut am Kopf. Die Elastizität ist genau richtig für einen guten Sitz, ohne es unnötig eng ziehen zu müssen. Durch die Löcher gibt es eine gute Belüftung. Nur ein Silikonstreifen für besseren Halt wäre noch toll, doch trotz dessen Abwesenheit hatte ich nie Sorge, dass mir die Lampe vom Kopf rutscht.

Die Lampe lässt sich in beiden Orientierungen gut in den Halter clipsen und wird dort auch ziemlich sicher gehalten. Der Einstellbereich ist groß, auch die Befestigung an meinem Kletterhelm ist kein Problem.


UI (Bedienung)

Vorab, das UI ist in meinen Augen die größte Schwachstelle der Lampe. Es funktioniert und ist nicht schlecht, aber es hätte richtig gut sein können. Ich werde zuerst darstellen, wie das UI aktuell ist und dann einen kurzen Ausflug machen, wie ich es mir gewünscht hätte.

Aktuell schaltet man die Lampe ein und aus, in dem man den Ring auf eine der drei Stufen stellt.
Durch klicken auf den Knopf springt man zur nächsten Stufe, durch halten rampt die Lampe stufenlos.
Doppelklick bringt einen in den Turbo der jeweiligen Lichtquelle, von dort aus kann man mit einem weiteren Doppelklick den Turbo mit beiden LEDs aktivieren.
Abgesehen von Turbo wird die zuletzt verwendete Leuchtstufe für jede Stellung des Drehknopfes individuell gespeichert.

Das ist simpel und bietet viel Auswahl für die Leuchtstufen, allerdings gibt es so keinerlei Shortcuts von aus. Daher folgend mein Vorschlag, wie man das UI besser gestalten könnte – Sofirn hat das mit der HS21 gut vorgemacht.

Der Drehschalter sollte eine Vorauswahl sein, das eigentliche Einschalten über den Knopf stattfinden (mit den üblichen Shortcuts „Halten für Moon“ und „Doppelklick für Turbo“). Die jetzige Aus-Stellung könnte entweder ein Lockout werden, oder, noch besser, ein Modus der beide weißen LEDs gleichzeitig aktiviert. Den Leuchtstufenwechsel kann man weiterhin über Gedrückthalten des Schalters bei eingeschalteter Lampe realisieren – Ich bevorzuge Stufen über Ramping.
Das macht das UI zwar etwas komplizierter, die Lampe aber wesentlich vielfältiger!


Leuchtprofil und Messungen

Alle Messungen wurden in meiner 30cm Ulbrichtkugel durchgeführt. Die Temperatur lag dabei zwischen 20 und 24°C. Außerdem wurde noch ein Opple Light Master III und ein TASi TA636B Luxmeter verwendet. Bitte beachtet, dass es sich um Hobbyequipment handelt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind also möglich!

Output und Lichtbild

Sowohl Spot als auch Flood bieten ein sauberes Lichtbild. Der Spot ist definiert, Flood sehr gleichmäßig und breit genug auch für Arbeiten in direkter Nähe.
Auch beim Lichtbild von Rot gibt es nichts zu bemängeln.

Das folgende Diagramm zeigt zwei interessante Details:
1. Es wurden zwei Samples für die unterschiedlichen Läufe verwendet – eines liefert im Turbo etwas mehr Output.
2. Die Temperaturregelung scheint gut zu sein. Die gelbe Linie zeigt das Laufzeitdiagramm, die direkt vor einem 12cm Lüfter lag. Während die ungekühlte Lampe ziemlich genau das abliefert, was Wurkkos verspricht, liegt die gekühlte deutlich drüber.

Die Leistung der Lampe liegt in meinen Messungen insgesamt recht nahe an dem, was Wurkkos angibt.

Werks –
angabe / Messung
ecolowmedhighturboTurbo Flood + Spot
Spot5 / 575 / 78360 / 3601030 / 10501650 / 15602500/2500
Flood5 / 575 / 76360 / 3601080 / 10901660 / 1620

Wurkkos macht nur eine Angabe zur Reichweite auf der Packung – ohne Angabe des Modus. Diese beträgt 12150cd. Ich habe im Flood+Spot-Turbo 12900 in 1m Entfernung gemessen.

Beamshots

Die Bilder wurden alle mit den selben Kameraeinstellungen und vom selben Standpunkt aufgenommen, die Kamera war auf einem Stativ, die Lampen auf dem Kopf.

CCT, CRI, DUV, PWM

Spot (low/high)Flood (low/high)
CCT5900K / 5900K5900 / 5900K
CRI67 / 6665 / 69
DUV0.011 / 0.0080.010 / 0.004

Flicker ist im grünen Bereich. 

PWM war auf keiner Stufe feststellbar, weder mit dem Auge noch mit der Kamera.

Akkus und Aufladung

Die Ladetests wurden mit einem Fnirsi FNB C2 an einem 100W Ladegerät mit 100W-Kabel durchgeführt.

Das Ladeverhalten der Lampe ist nicht das schönste. In der CC-Phase(Konstantstomphase) wird der Strom nicht konstant gehalten, sondern macht einen Buckel. Das spricht dafür, dass der Laderegler, vermutlich temperaturbedingt, abregelt. Das ist nicht gefährlich im Sinne einer Brandgefahr o.ä., allerdings kann es durchaus die Lebensdauer des Akkus beeinträchtigen.
Der Abfall des Stroms in der CV-Phase (Konstantspannungsphase) ist nicht schön, sie ist relativ flach. Das zieht vorallem das Laden in die Länge und belastet den Akku.

Das klingt jetzt alles recht dramatisch, daher will ich das kurz einordnen: Im schlimmsten Fall opfert man bei Nutzung der internen Ladefunktion ein paar Zyklen Lebensdauer des Akkus im Vergleich zur Nutzung eines externen Ladegerätes – im besten merkt man keinen Unterschied. Wer kein Akkuladegerät hat, muss sich in meinen Augen keine Gedanken machen und kann den Akku problemlos in der Lampe laden.

Die Akkus der beiden Samples habe ich mit einer Kapazität von 3340 und 3344 mAh gemessen.

In der Lampe ist der Akku beidseitig federgelagert, es gibt verpol- und Tiefentladungsschutz.


Zusammenfassung

Ein Fazit zur Lampe zu ziehen ist nicht einfach. Die Verarbeitung ist gut, das Konzept mit den zwei Schaltern interessant. Die Lampe trägt sich bequem am Kopf, das Lichtbild geht sowohl drinnen wie auch draußen auf.

Dem UI fehlen leider sämtliche Shortcuts – wenn man damit klar kommt, dann funktioniert es aber einwandfrei und bietet vielfältige Einstellmöglichkeiten. Dafür ist die Leistung der Lampe gut, das mitgelieferte Zubehör nützlich und vielfältig.
Die SST-40 wäre nicht meine Entscheidung gewesen und ich hätte im Flood-Kanal lieber High CRI, aber das Setup funktioniert erstaunlich gut.

Mein Fazit liest man wahrscheinlich schon raus, die Lampe gefällt mir besser, als ich vor dem Review erwartet hatte. Wurkkos hat vieles richtig gut gemacht und eine vielfältige Stirnlampe konstruiert – eine V2 mit überarbeitetem UI und High CRI im Flood-Kanal würde sofort wieder bei mir einziehen dürfen!

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