Disclaimer: Acebeam hat mir einen Rabatt auf die Lampe eingeräumt. Das hatte keinen Einfluss auf das Review.
Einleitung
Den Abschluss der Entwicklung und die Veröffentlichung der H18 habe ich mit Spannung verfolgt. Eine leichte 21700-Lampe mit langer Laufzeit, 519a und Rotlicht klingt gut, auch der maximale Output scheint beeindruckend. Doch wie das alles mit dem geringen Gewicht zusammengeht, das war mir unklar.
Spezifikationen laut Acebeam


Die H18 gibt es in zwei Versionen, mit kaltweißen, low CRI LEDs und mit 519a in 5000K.
Packungsinhalt und Eindrücke

Die H18 kommt in einer erstaunlich großen Box in Acebeam-orange. Darauf findet man ein Bild der Lampe sowie einige Daten. Das Zubehör ist umfangreich und wirkt qualitativ hochwertig. Neben den üblichen Kleinteilen (Ersatz-O-Ringe, Garatiekarte, Anleitung) findet sich in dem praktischen Case noch ein Clip, ein Lanyard, welches gleichzeitig Ladekabel ist, ein Stirnband und natürlich die Lampe selbst samt Akku.

Die Lampe kommt in einem leicht rauhen Mattschwarz, welches griffig ist und äußerst robust wirkt. Fehler in der Verarbeitung konnte ich keine entdecken, alle Kanten sind sauber entgratet. Das Gewinde der Tailcap ist gut geschmiert, lief aber im Auslieferungszustand nicht ganz sauber. Nach einmal reinigen und neu fetten ist auch das minimal sandige Gefühl verschwunden.

Gegenüber der Tailcap sitzt der Schalter. Dieser hat einen kurzen Weg, allerdings recht wenig Druckpunkt. Mit Handschuhen trifft man zwar den Schalter, aber wenn diese auch nur minimal dicker sind bekommt man keinerlei Feedback. Trotzdem sind Fehleingaben unwahrscheinlich, die Lage und Größe das Schalters spielen dabei eine große Rolle.
Im Schalter integriert ist eine kleine LED, welche für die Anzeige des Akkuzustandes verantwortlich ist. Auch bei gesperrter Lampe signalisiert sie, allerdings nur so lange, wie man den Schalter drückt – dann sieht man die LED aber meist nicht, weil der Finger darauf liegt. Dieses Detail muss man also wissen, wenn man auf die Anzeige der Tastensperre wert legt.
Auf der Rückseite des Lampenkopfes sitzt ein USB-C-Port, welcher mit einer Metallklappe mit Magnetverschluss abgedeckt und mit Sicherheit intern gedichtet ist – ansonsten hätte die Lampe Schwierigkeiten, die Klasse IP68 einzuhalten.


Gegenüber des USB-Ports sitzt eine TIR. Hinter dieser verbergen sich 4 weiße LEDs, in meinem Fall Nichia 519a. Es gibt die Lampe auch mit kaltweißen low CRI LED. In der Mitte der TIR sitzt noch eine rote LED. Ich bin mir ziemlich sicher, dass über der TIR noch eine vergütete Glasscheibe sitzt.


Interessant ist der Aufbau der Lampe. Die Tailcap hat Fräsungen parallel zum Rohr, was guten Grip beim Auf- und Zuschrauben gibt. Der Bereich daneben ist mit einem diamantförmigen Knurling gearbeitet, das gibt in alle Richtungen guten Grip, vor allem aber für die Rotation der Lampe im Stirnband.
Zwischen diesem Bereich und dem Lampenkopf befindet sich ein glatter Teil. Dort wird das Stirnband befestigt. Als Übergang zum Lampenkopf gibt es wieder einen Bereich mit Fräsungen – gleiche Richtung wie in der Tailcap, aber deutlich grober. Das ist die Rasterung für die Nutzung mit Stirnband. Am Lampenkopf gibt es dann noch eine spezifische Rille für den Clip – ja, man kann diesen montiert lassen, wenn man die Lampe ins Stirnband einsetzt!

Größe

155g incl. Akku bringt die Lampe auf die Waage
An der längsten Stelle misst die Lampe 120mm. Der Kopf ist 27,5mm tief und 27mm breit. Die schmalste Stelle am Batterierohr misst 23,7mm im Durchmesser, die Tailcap 26,5mm.
Trage- und Befestigungsmöglichkeiten
Lanyard: Das Lanyard ist gleichzeitig ein USB-C-Kabel. Die Schlaufe ist groß genug und das Kabel auch robust genug, um als solches genutzt zu werden. Eine Sorge hätte ich mit dem Kabel jedoch. Der Verschluss wird geöffnet, indem die Stecker seitlich aus der Halterung gezogen werden. Das braucht zwar schon etwas Kraft, aber so eine Ringbelastung ist bei einem Lanyard auch nicht ganz unüblich. Für EDC mit Sicherheit voll ausreichend, im wirklich harten Einsatz würde ich wahrscheinlich auf ein klassisches Lanyard ausweichen. Allerdings bin ich bei Lanyard sehr wählerisch, so dass es durchaus sein kann, dass meine Einschätzung hier überkritisch ist. Mir ist es allerdings beim Durchstecken der Hand mehrfach passiert, dass sich der Verschluss gelöst hat.



Stirnband: Das Stirnband hat mich richtig begeistert! Nicht nur ist es über längere Zeit unglaublich bequem, sondern hält auch noch gut am Kopf. Das Überkopfband kann entfernt werden, auch ohne ist das Band insgesamt gut nutzbar, neigt aber etwas mehr zum rutschen. Für die Nutzung mit Helm ist das allerdings super.


Auch die Möglichkeit, die Lampe schnell und einfach entnehmen und einsetzen zu können ist toll – aber nicht nur das, sondern auch, dass trotz dessen die Lampe extrem sicher gehalten wird und einen gut bedienbaren, leichtgängigen Verstellmechanismus hat, zeigt, dass Acebeam sich bei der Konstruktion Gedanken gemacht hat.


Der einzige, kleine, Wehrmutstropfen ist, dass die Lampe nur mit Schalter nach rechts im Kopfband verwendet werden kann. Mit Schalter nach links lässt sich das Band nicht schließen.
Clip: Der Clip lässt sich gut an der Lampe befestigen und von dieser ohne Spuren wieder abnehmen. Trotzdem wird er sich ziemlich sicher nicht selbst lösen. Er hat eine gute Spannkraft, die Öffnung ist gut dimensioniert. Er liegt sauber an der geriffelten Fläche auf. Aus der Tasche schaut nur noch der Bereich mit der TIR, das halte ich auch für sinnvoll, denn so kann die Lampe sicher in der Tasche sitzen und trotzdem leuchten.

Magnet: Ein Magnet ist in der Tailcap integriert. Dieser ist ausreichend stark, um die Lampe auch an rauhen oder leich gekrümmten Oberflächen sicher zu halten.

(Jacken)tasche: Die Lampe ist für eine 21700er sehr kompakt und relativ leicht, daher trägt sie sich auch in der Jackentasche sehr angenehm und unauffällig. Auch in der Hosentasche als EDC ist sie gut tragbar, sofern einen der herausstehende Kopf nicht stört.
UI (Bedienung)

Das beste zuerst: Acebeam setzt nun endlich auf auf 4C zum Sperren und Entsperren! Ansonsten ist das UI sehr einfach und gibt keinen Grund zur Kritik, auch wenn ich kein Fan von SOS in Lampen bin.
Es gibt auch noch einen stufenlosen Modus, auf diesen schaltet man um, wenn man bei ausgeschalteter Lampe den Knopf 3 Sekunden gedrückt hält. Die Bedienung funktioniert analog zu jener mit Stufen.
| Zustand der Lampe | Aktion | Ergebnis |
|---|---|---|
| aus | 1C | ein, zuletzt genutzte Leuchtstufe |
| aus | 1H | niedrigste Leuchtstufe |
| aus | 2C | Turbo |
| aus | 3C | Rotlicht, zuletzt genutzte Leuchtstufe |
| aus | 4C | Lampe sperren / entsperren |
| aus | 2H | niedrigste Stufe, Momentlicht |
| ein | 1C | aus |
| ein | 2C | Turbo |
| ein | 3C | SOS (nicht genutzt bei Rotlicht) |
Leuchtprofil und Messungen
Alle Messungen wurden in meiner 30cm Ulbrichtkugel durchgeführt. Die Temperatur lag dabei zwischen 20 und 24°C. Außerdem wurde noch ein Opple Light Master III und ein TASi TA636B Luxmeter verwendet. Bitte beachtet, dass es sich um Hobbyequipment handelt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind also möglich!
Thermobild
Output und Lichtbild
Das Lichtbild der Lampe gefällt mir sehr gut. Nicht komplett flutig, aber auch kein wirklicher Spot. Ausreichend Reichweite, welche mit sehr guter Ausleuchtung vor den Füßen kombiniert wird. Für meine Anwendungszwecke ist das nahezu perfekt abgestimmt. Dazu kommt, dass keinerlei Artefakte im Beam zu finden sind. Für eine Stirnlampe super, aber auch bei einer 90°-EDC durchaus nicht zu verachten.
Der dauerhafte Output wirkt auf den ersten Blick recht niedrig. Die Helligkeit im Turbo und in High sind, ohne Frage, gut. Allerdings nur von kurzer Dauer, auch eine Kühlung hilft nicht, die Stepdowns sind getimed. Mein erster Gedanke war „da halten ja sogar einige 18650er Lampen mehr“. Ja, aber halt in kaltweiß, low CRI. Nehmen wir die bekannte Sofirn HS21. Ohne Akku 11g schwerer als die H18, dafür nahezu gleicher Output, wenn man nur den high CRI Kanal betrachtet. eine FFL L50 sol mit FFL5009r liegt in der Standardeinstellung bei ~500lm, also auch sehr ähnlich, wenn auch nochmal etwas leichter.
Interessanterweise wird die Lampe aber auch recht warm – viel Luft für mehr Output scheint also nicht vorhanden zu sein. Eine warmeweiße Armytek Wizard C2 pro max liegt bei dauerhaft ungefähr 750lm, allerdings low CRI. Vielleicht limitiert auch der USB-Port die Kühlung, er sitzt auf jeden Fall direkt hinter den LEDs und trägt nicht zur Kühlung bei. Fairerweise muss man der Lampe aber zugute halten, dass High CRI immer Effizienz kostet. Sogar eine, nicht ganz leichte, Fireflylite Helios L70 kann auf 70° eingestellt mit einer FFL707A in 4000K „nur“ ca. 700lm halten, bei 55° nimmt sie sich nichts zur Acebeam. Zusammenfassend würde ich sagen, dass der Output nicht schlecht ist, die 519A aber halt kein Effizienzwunder und die H18 doch recht leicht ist. Der erste Schreck über die niedrigen Zahlen ist bei mir nach der kurzen Analyse verschwunden, daher wollte ich das hier auch teilen.

Für das nächste Diagramm wurde die Lampe mittels Lüfter gekühlt und Turbo bzw. High nach einiger Zeit reaktiviert. Die Lampe lässt nicht den vollen Turbo zu, wenn sie noch heiß ist, verlängert aber im Gegensatz nicht die Laufzeit einer Stufe, wenn die Temperatur es zulassen würde (beide High-Aktivierungen dauerten gleich lang). Je länger die Lampe läuft, um so niedriger fällt der Turbo aus, ich würde also von einem FET für den Turbo ausgehen – damit ist dieser durch die Batteriespannung limitiert.

Erstmals in einem meiner Reviews möchte ich ein neues Konzept versuchen – ein Diagramm, dass näherungsweise die wahrgenommene Helligkeit zeigt. Dabei geht es nicht um exakte Genauigkeit, die wahrgenommene Verteilung der Leuchtstufen wird aber deutlich. Und die ist in diesem Fall recht angenehm, die Sprünge werden von niedrig nach hoch etwas größer, es ist aber kein übermäßig großer Sprung dabei. Interessant an dieser Ansicht finde ich, dass sich ganz gut zeigt, dass die 30lm, die die Lampe über lange Zeit hält, im Verhältnis gar nicht so wenig sind – klar, für eine großräumige Orientierung reicht das nicht, aber um den Weg die nächsten Meter auszuleuchten durchaus.

| Modus | Max. in 1. Minute | Lumen bei 30s | Max. Temperatur | Temp. bei 30s | Laufzeit (bis zum abschalten) |
|---|---|---|---|---|---|
| Acebeam H18 turbo | 2774 lm | 2240 lm | 57.8 °C | 54.4 °C | 12h 15min |
| Acebeam H18 high | 930 lm | 917 lm | 57.0 °C | 32.8 °C | 12h 11min |
| Acebeam H18 med2 | 277 lm | 277 lm | 45.2 °C | 30.7 °C | 15h 12min |
| Acebeam H18 med1 | 146 lm | 146 lm | 36.7 °C | 30.3 °C | 21h 22min |
| Acebeam H18 low | 30lm | 30lm | – | – | – |
| Acebeam H18 moon | 6lm | 6lm | – | – | – |
Wer einen Blick auf die Laufzeiten wirft, der wird verstehen, warum ich low und moon nicht vermessen habe.
Beim Einschalten habe ich im Turbo 6920cd und somit 166m Reichweite gemessen.
CCT, CRI, DUV, PWM
| Low | Turbo | |
| CCT | 4600K | 4700K |
| CRI | 98 | 96 |
| DUV | 0,001 | -0,001 |
Flicker ist im grünen Bereich, PWM ist, wie auch beworben, nicht zu erkennen – weder mit dem Auge, noch mit der Kamera.
Alle Messergebnisse findet ihr hier








Beamshots
Zum Vergleich gibt es ein paar meiner Lieblings-90°-Lampen. Die Sofirn HS45, eine Armytek Wizard C2 Pro max LR warm und eine Fireflylite L70 Helios mit der ultrarosy 707A in 4000K. Die Unterschiede sind deutlich sichtbar – und wenn ihr mich fragt, hat die H18 nicht nur die angenehmste Lichtfarbe, sondern auch die beste Ausleuchtung. Aber macht euch selbst ein Bild!





Akkus und Aufladung


Für die Lampe präsentiere ich euch zwei Ladekurven, eine für die eingebaute Ladefunktion – in der Lampe. Und noch eine für die eingebaute Ladefunktion – im Akku. Für beide gilt: Es gibt nichts zu meckern. Beide werden schnell und trotzdem recht schonend geladen, jeweils mit einem sauberen CC-CV-Verfahren.
Verpolschutz und Tiefentladeschutz sind doppelt vorhanden – im Akku und in der Lampe. Der Akku ist mit 6400mAh angegeben, mein Vapcell S4+ hat beeindruckende 6800mAh für den Akku angezeigt.
Weder die Lampe noch der Akku an sich bringen eine Powerbankfunktion mit. Das finde ich etwas schade, gerade der Akku mit seiner hohen Kapazität wäre eine tolle Powerbank gewesen.
Zusammenfassung
Die H18 war mit mir unter anderem auf dem höchsten Berg, der vollständig auf deutschem Grund steht und hat mich beim Aufstieg im dunkeln wunderbar durch die Nacht gebracht. Dabei ist sie im Hellen noch eine ganze Zeit auf dem Kopf geblieben, weil ich sie schlicht vergessen habe. Nach der Erfahrung kann ich euch sagen, mich wird die Lampe definitiv noch öfter begleiten.

Die H18 ist keine perfekte Lampe (welche ist das schon?), aber eine, die für viele Anwendungsbereiche interessant ist. Es lohnt sich, einen genauen Blick darauf zu werden, ob Acebeams Umsetzung zu den eigenen Anforderungen passt. Denn wenn es passt, dann kann man die Vorzüge der H18 genießen.
Und Vorzüge hat die Lampe einige. Robuste Kontruktion, IP68, trotzdem USB-C ohne Gummistöpsel. High CRI mit tollem Tint (in der 519a Version), trotzdem brauchbarer dauerhafter Output. Ein wirklich bequemes Stirnband, in dem der gute Clip montiert bleiben kann.
Auch für Jene, die gerne Reservelicht über eine lange Zeit hätten, ist die Lampe eine volle Empfehlung – die H18 reserviert einen ordentlichen Teil des Akkus für eine lange Laufzeit mit 30lm. Dazu kommt dann noch eine gute, PWM-freie Regelung und eine einfache Bedienung.
Und weil mich sowas immer glücklich macht: Das Zubehör ist hochwertig und umfangreich, so dass man für nahezu alles gewappnet ist. Die H18 war während des Tests mit mir im Urlaub in den Bergen und hat dort als einzige Stirnlampe alle Aufgaben unauffällig und einwandfrei bewältigt – inklusive eines mehrstündigen Aufstiegs in der Dunkelheit. Ob die Lampe zu euerem Profil so gut passt wie zu meinem, das müsst ihr selbst entscheiden. Wenn es so ist, schaut bei Acebeam vorbei und trefft die schwere Entscheidung zwischen high CRI und high Output!

