Disclaimer: Speras hat mir die Lampe kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf das Review hatte dies keinen Einfluss.
Einleitung
Als Speras die Lampe im BLF vorgestellt hat, fand ich das Konzept durchaus interessant. Kleine Lampen mag ich als Mensch mit Hund sowieso, das ist für nachts die Runde ums Haus optimal. Dass man aber den 18350 gegen einen 21700er tauschen kann, ist mir bisher nicht begegnet. Wie gut das funktioniert und ob diese, in Kapazität und möglichem Entladestrom, doch recht unterschiedlichen Zellen in einer Lampe harmonieren, wollte ich selbst probieren. Speras gab mir schnell und unkompliziert die Möglichkeit dazu – vielen Dank an dieser Stelle!
Spezifikationen laut Speras

Die M4 v3 gibt es nur in einer Version – matt schwarz, wie hier vorgestellt. Dazu gibt es als Zubehör noch das hier vorgestellte Batterierohr für 21700 und den passenden 21700-Akku.
Packungsinhalt und Eindrücke

Die Lampe kommt im kleinen, weißen Karton mit gelben Akzenten. Darauf sind alle wichtigen Angaben zur Lampe. Die M4 V3 selbst ruht sicher in einem Plastiktray, der Akku ist schon eingelegt und mit einer Isolationsscheibe geschützt. Der Karton ermöglicht einen Blick auf die Lampe. Das 21700-Rohr lag in einem kleinen, weißen Karton bei, der zusätzliche 21700er, ein Speras S50, wurde mit in die Lampenbox gepackt und mit einem Sticker auf der Verpackung gekennzeichnet. Zusätzlich enthalten sind zwei Ersatz-O-Ringe, ein Lanyard, ein USB-A-C-Kabel und eine Anleitung.


Mein erster Eindruck der Lampe war sehr gut. Die schwarze Anodisierung ist seidenmatt und wirkt sehr hochwertig. Es gibt keinerlei scharfe Kanten, keinerlei Fehler in der Anodisierung. Die Gewinde sind anodisiert und bieten somit die Möglichkeit, die Lampe durch leichtes Lösen des Akkurohrs zu sperren. Einzig das Gewinde zur Tailcap des 21700-Rohrs ist blank.


Eine Tailcap gibt es übrigens nur beim 21700-Rohr, das 18350-Rohr ist ein Teil. Das kurze Rohr hat eine feine, schräge Riffelung und liegt sehr gut in der Hand. Das lange Rohr hat größere, glatte Flächen, getrennt durch Einfräsungen und Erhebungen. Es fühlt sich auch etwas rutschiger an, allerdings auch nicht so, dass es unangenehm wäre.


Am Kopf findet sich, in einem Bereich mit Kühlrippen, der Schalter. Er ist gut zu finden, gummiert und genoppt und mit einer Akkuanzeige versehen. Der Gummi steht leicht über den Body der Lampe und ist mit einem glatteren, glänzenderen Ring umgeben. Die Akkuanzeige ist vierstufig und hat eine gute Helligkeit, sie ist tagsüber gut zu sehen und nachts nicht blendend.




Gegenüber sitzt der USB-C-Port. Dieser ist mit einer Gummiabdeckung sehr sicher verschlossen und sollte so vollständig wasserdicht sein. Der Ausschnitt ist groß genug, dass man selbst mit sehr dicken Steckern kein Problem haben sollte.

Auch der Bezel der Lampe ist aus Aluminium und schwarz anodisiert, darauf finden sich auch alle Schriftzüge. Dieses sind sehr sauber gelasert und angenehm spärlich eingesetzt. Wirklich schön ist, dass die Logos recht schön mittig zur Schalter und USB-Port ausgerichtet sind. Der Bezel ist nicht verklebt, modden sollte also kein Problem sein.

Im Herz der Lampe sitzt eine kaltweiße SFT-42R aus dem Hause Luminus, versteckt unter einer TIR. Es wirkt, als wäre eine vergütete Glasscheibe über dieser, da ich die Lampe allerdings nicht zerlegt habe, kann ich das nicht mit Sicherheit sagen.

Die Wände des 18350-Rohres sind recht dick, um die Differenz zum 21700-Rohr auszugleichen. Das bringt zwar ein wenig mehr Gewicht mit sich als zwingend erforderlich, sorgt aber auch für einen extrem hochwertigen und stabilen Eindruck. Für meine Hände ist das Plus an dicke auch für die Handlage förderlich. Mit beiden Rohren liegt die Lampe äußerst gut in meiner Hand, mir gefällt das lange Rohr sogar noch besser als das kurze.

Mit beiden Rohren ist der Akku übrigens beidseitig federgelagert und somit guter Kontakt garantiert. Auch ein Blick auf ein paar Bauteile des Treibers ist möglich.
Größe

| Maße | Kopf Ø | Tail Ø | Länge | Gewicht |
|---|---|---|---|---|
| 18350 | 40mm | 25,5mm | 85,5mm | 115g |
| 21700 | 40mm | 28mm | 119mm | 166g |
Trage- und Befestigungsmöglichkeiten

Lanyard: Ein Lanyard ist enthalten. Es hat ein angenehmes und flaches Band und wirkt ausreichend dimensioniert für die Lampe. Dabei bleibt es immernoch vergleichsweise schlank und leicht. Befestigt werden kann es an einer Öse in der Tailcap. Diese ist seitlich angebracht, sowohl Tailstand als auch Magnet funktionieren trotzdem noch einwandfrei.
Clip: Ein Clip ist nicht enthalten. Bei der 18350-Version würde dieser auch wenig bringen, bei der 21700-Version könnte ich mir aber durchaus vorstellen, dass das gut funktionieren würde.


Magnet: In beiden Rohren ist ein Magnet. Diese halten die Lampe in jeder Position sicher, auch auf glatten Oberflächen ohne zu rutschen.
(Jacken)tasche: Die Jackentasche ist absolutes Wohlfühlgebiet der Lampe! Egal in welcher Konfiguration verschindet sie sehr angenehm. Für die Hosentasche ist der Kopf etwas zu dick – es geht, sofern die Hose nicht zu eng ist, aber optimal ist es nicht.
UI (Bedienung)

Das UI ist erfreulich simpel, bringt aber alle wichtige mit. Es entspricht dem Quasi-Standard in der Taschenlampenwelt, es kommen also keinerlei Überraschungen auf einen zu. Für eine Lampe mit Seitenschalter und einer LED passt das in meinen Augen perfekt, nicht umsonst hat es sich als Standard durchgesetzt.
| Zustand der Lampe | Aktion | Ergebnis |
|---|---|---|
| aus | 1C | ein, zuletzt verwendete Leuchtstufe |
| aus | 1H | ein, niedrigste Leuchtstufe |
| ein / aus | 2C | Turbo |
| ein / aus | 3C | Strobe -> SOS |
| aus | 4C | Sperren / Entsperren |
| ein | 1C | aus |
| ein | 1H | Leuchtstufe wechseln |
Leuchtprofil und Messungen
Alle Messungen wurden in meiner 30cm Ulbrichtkugel durchgeführt. Die Temperatur lag dabei zwischen 20 und 24°C. Außerdem wurde noch ein Opple Light Master III und ein TASi TA636B Luxmeter verwendet. Bitte beachtet, dass es sich um Hobbyequipment handelt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind also möglich!
Output und Lichtbild
Die Lampe ist ein glasklarer Thrower. Das Lichtbild ist domininert von einem scharf abgegrenzten Spot, umgeben von einem nicht sehr hellen, dafür aber sehr weiten Spill. Klar, bei der kleinen TIR sind keine Reichweiten wie bei einer Lampe mit größerem Kopf möglich, aber in mittlerer Entfernung auf 200-300m ist die Lampe in ihrem Element, darüber hinaus immernoch brauchbar.
Speziell mit dem 21700er, aber auch mit dem 18350er, ist der Output im Turbo durchaus beachtlich. Bedenkt man, dass es sich um eine relativ kleine Lampe handelt, finde ich auch den dauerhaften Output absolut in Ordnung. Der 18350er limitiert die Performance logischerweise etwas – dass man bei einer kleinen Lampe aber ein paar Abstriche machen muss, sollte klar sein.


Was mir nicht gefällt, ist dass die Lampe nicht abschaltet, sondern auf 1-2 Lumen herunterregelt und dort weiterläuft. Dort wird so wenig Strom gezogen, dass die Schutzschaltung der Akkus unterlaufen werden könnte – die Lampe selbst hat keinen Schutz gegen Tiefentladung. Der Hinweis aus der Anleitung, den Akku sofort zu tauschen, wenn die rote Lampe im Schalter blinkt, sollte man ernst nehmen! Hat man die Lampe in der Hand, wird man das wohl sowieso tun, denn dann bleibt einem nur noch sehr wenig Notlicht. Einzig wenn man die Lampe unbeaufsichtigt laufen lässt, wie beispielsweise bei den Laufzeittests, kann das kritisch sein.

Die Lampe scheint ungeregelt, aber auf gutem Niveau zu laufen. Kühlung erhöht die Performance nicht. Der beiliegende 21700er macht einen guten Eindruck, die Performance erhöht sich mit einer Tabless-Zelle nicht. Beim 18350er ist es ähnlich, dort gibt es allerdings mit einer 10A-Zelle anfangs ca. 100 Lumen mehr – allerdings wirklich nur in der Spitze, also nicht mal für eine volle Sekunde. Daher kann man das vernachlässigen.

Die ungefähre wahrgenommene Verteilung der Modes ist keine exakte Angabe, sondern dient zur Veranschaulichung, die die Leuchtstufen verteilt sind. Der Sprung zwischen mid und high ist etwas größer als die anderen Abstände – das ist auch beim Durchschalten sichtbar, aber nicht störend.
Eine Übersicht über die die Leuchtstufen und zugehörigen Messwerte sowie meine Messungen zur Reichweite findet ihr folgend:
| Max. Lumen | Lumen @ 30s | Max. Temperatur | Temp. bei 30s | ANSI FL1 Laufzeit | |
|---|---|---|---|---|---|
| Speras M4 V3 21700 Turbo | 2589 lm | 2323 lm | 60.3 °C | 45.3 °C | 3h 25min |
| Speras M4 V3 18350 Turbo | 1849 lm | 1620 lm | 46.7 °C | 35.3 °C | 1h 15min |
| Speras M4 V3 21700 high | 1619 lm | 1531 lm | 49.5 °C | 32.3 °C | 3h 39min |
| Speras M4 V3 18350 high | 1231 lm | 1099 lm | 25.1 °C | 24.0 °C | 1h 21min |
| Speras M4 V3 21700 mid | 410 lm | 406 lm | 47.6 °C | 27.4 °C | 4h 14min |
| Speras M4 V3 18350 mid | 386 lm | 379 lm | 40.9 °C | 30.8 °C | 1h 39min |
| Speras M4 V3 21700 low | 177 lm | 176 lm | 30.5 °C | 24.5 °C | 20h 1min |
| Speras M4 V3 18350 low | 170 lm | 168 lm | 31.1 °C | 25.9 °C | 5h 5min |
| Reichweite | beim Einschalten / 30s mit 21700 | beim Einschalten / 30s mit 18350 |
|---|---|---|
| cd | 187.680 / 176.480 | 145.440 / 128.800 |
| ANSI FL1 | 866 / 840 | 763 / 718 |
CCT, CRI, DUV, PWM
| low | Turbo | |
|---|---|---|
| CCT | 5950 | 6100 |
| CRI | 68 | 69 |
| DUV | 0,004 | 0,002 |
Flicker ist im grünen Bereich, PWM war weder mit dem Auge noch mit der Kamera feststellbar.
Alle Messergebnisse findet ihr hier.








Beamshots
Zum Vergleich habe ich einen Mix aus Lampen mit TIR, Lampen mit SFT42R und Lampen mit irgendwie ähnlichem Beam gewählt. Die wohl direkteste Konkurrenz ist die Wurkkos TS11. Da es auf den Outdoor-Beamshots nur Bilder der 18650-Konfiguration gibt, möchte ich euch die beiden Lampen noch mal in ihrer kurzen Konfiguration auf einem gemeinsamen Bild zeigen. Ich finde, man sieht doch sehr deutlich, dass die M4 v3 die Nase ein gutes Stück vorne hat.











Akkus und Aufladung
Die Ladekurven sehen sowohl für 18350 als auch für 21700 einwandfrei aus, am CC-CV-Verfahren gibt es nichts zu meckern. 2A für den kleinen 18350er sind allerdings nicht wenig. Daher habe ich recherchiert – und es gibt tatsächlich Zellen, für die Ströme bis 2A freigegeben sind. Für den 21700 passt der Ladestrom sowieso.
Nachdem Speras die Schnellladung explizit angibt, gehe ich davon aus, dass die Zelle entsprechend geeignet ist. Wer maximale Lebensdauer für die Zelle will, sollte wahrscheinlich eher mit 0,5 – 1A in einem externen Ladegerät laden.


Soweit ich erkennen kann, sind sämtliche Schutzmechanismen über die Schutzplatinen der Akkus realisiert. Gerade das Herunterschalten der Lampe ist dafür aber nicht optimal. Ich vermute, dass durch die niedrige Stromaufnahme der Lampe nach dem Herunterschalten die Schutzschaltung ausgehebelt wird – bei meinen Tests habe ich im schlechtesten Fall nach dem Entnehmen des Akkus 2,5V gemessen. Tiefer wollte ich aus Sicherheitsgründen nicht gehen. Wie vorher schon mal geschrieben sollte man den Akku tauschen oder laden, sobald das rote Licht zu blinken beginnt.
Der 18350-Akkus ist mit einer Kapazität von 11mAh angegeben, mein Vapcell S4+ hat 1260mAh ermittelt. Für den 5000mAh-21700-Akku wurden 5048mAh angezeigt.
Ein Powerbank-Feature gibt es nicht, das wäre aber bei einem 18350er nicht wirklich sinnvoll.
Zusammenfassung
Die M4 v3 hat sich bei mir von Anfang an beliebt gemacht. Einfaches UI, guter Output, super Handlage, toller Formfaktor.
Ob die Regelung, die nicht das letzte aus der Lampe herausholt, etwas negatives ist oder zu so einer EDC passt, das überlasse ich jedem selbst, mich stört es bei meinen Anwendungen für so eine Lampe nicht. Der fehlende Tiefentladeschutz ist in wenigen Fällen ein wirkliches Problem, da durch das kaum mehr vorhandene Licht sowieso jeder nachladen wird, aber trotzdem erwähnenswert. Letztendlich kann es sogar ein Vorteil sein – im Notfall lieber 2 Lumen für lange Zeit auf Kosten eines defekten Akkus als gar kein Licht.
Was mir wirklich gut gefallen hat, ist der Knopf. Mit dem klaren Druckpunkt und der guten Textur ist die Bedienung wirklich toll. Mit dem kurzen Rohr wird die Lampe dazu einfach wirklich klein, mit dem langen Rohr liegt sie toll in der Hand und bleibt immer noch vergleichsweise leicht. Der Wechsel zwischen 18350 und 21700 ist ein Alleinstellungsmerkmal, welches ich so noch nicht gesehen habe.
Die Verarbeitung der Lampe ist übrigens auch über alle Zweifel erhaben. Die Lampe ist nicht nur fehlerfrei gearbeitet, sondern wirkt auch noch extrem robust. Und auch, wenn es nur eine kleine, schwarze Lampe ist, das Design gefällt mir, vor allem mit dem 21700-Rohr.
Wer gerne einen handlichen Thrower hätte und trotzdem die Option auf einen dicken Akku, dem kann ich die Lampe empfehlen – das 21700 Rohr würde ich an eurer Stelle auch gleich mitbestellen, denn damit wird das Paket erst richtig komplett. Ein Blick auf die Seite von Speras lohnt sich allemal!

