Disclaimer: Wuben hat mir die Lampe kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf das Review hatte dies keinen Einfluss.
Alle Messungen wurden mit Hobbyequipment durchgeführt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind dementsprechend möglich.
Einleitung
Die “alte” X1 stand lange auf meiner Kaufliste, irgendwie hat es aber nie gepasst. Als ich von Wuben die Offerte für ein Review der X1 Pro bekam, habe ich natürlich keine Sekunde gezögert. Die Lampe trifft auf dem Papier genau meinen Geschmack!
Ob die Angaben wirklich eingehalten werden, da bin ich bei leistungsstarken Lampen, vor allem im “kleinen” Format immer eher skeptisch.
Spezifikationen laut Wuben
Die Lampe könnt ihr direkt bei Wuben kaufen, dort findet ihr auch alle Spezifikationen.

Es gibt zwei Versionen, eine vollständig schwarze, die mir vorliegt und eine weiße mit schwarzen Akzenten.
Packungsinhalt und Eindrücke
Die Lampe kommt, wie alle Wuben ECL-Lampen, in einer blau-weißen Box. Hebt man den Deckel ab, liegt die, initial noch in ein Kunststoffsäckchen verpackte, Lampe vor einem. Sie wird durch ein Plastiktray gehalten und geschützt – das funktioniert gut, mein Exemplar hatte wohl nicht die einfachste Reise und das Tray ist teilweise gebrochen, die Lampe aber einwandfrei.

Außerdem sind im Karton noch eine Bedienungsanleitung, ein Holster, ein Lanyard welches gleichzeitig USB-C-Kabel ist und Ersatzschrauben für die Lüfterabdeckung. Separat lag noch ein Adapter für ¼-Zoll-Gewinde bei, der gleichzeitig der Adapter für den separat erhältlichen Fahrradhalter ist.


Die Lampe selbst ist perfekt verarbeitet. Die Anodisierung ist einwandfrei und seidenmatt, die Spaltmaße sind gleichmäßig.
Die Laserbeschriftungen sind scharf und schön gemacht.


Der Schiebeschalter schiebt sich mit
angenehmem Widerstand, rastet aber fest genug ein,
um nicht versehentlich verstellt zu werden.
Die Abdeckung des USB-C-Anschlusses sitzt gut im Port, in dem alle getesteten Kabel nicht nur passten sondern auch einwandfrei funktionierten.
Der Seitenschalter mit integrierter Batterieanzeige (100-90% blau, 90-40% blau blinkend, 40-15% rot, 15-0% rot blinkend) hat einen guten Druckpunkt. Der Aufschrift, dass man die Lampe mit 4 Clicks sperren sollte, sollte man allerdings folgen, sonst hat man schnell ein Loch in der Tasche.
Allerdings sind Schalter und Port so nah aneinander, dass ich gerne mit dem Daumen am Gummi hängengeblieben bin. Nicht so, dass es aufgegangen ist, aber so, dass es spürbar ist. Das ist irritierend, stört aber die Funktion nicht. Und ja, gerade mit kalten Händen kann man schon mal den USB-C-Port und den Schalter verwechseln.

Die Lampe beherrscht Reverse Charging und kann somit als Powerbank eingesetzt werden, das hat in meinem Test auch einwandfrei funktioniert.
Das Glas ist violett vergütet, darunter sitzen die LEDs in ungewöhnlichen Reflektoren:

Bei den Flood-LEDs finden sich am oberen Ende Wellen, bei der Spot-LED direkt über der LED. Das habe ich so noch nie gesehen.
Der Bezel darüber ist sauber verschraubt und schließt schön bündig mit dem Gehäuse ab.
Unter den LEDs, hinter den Schaltern, sitzt ein Lüfter. Dieser ist austauschbar, ich hoffe, es wird langfristig Ersatzteile geben.

So oder so ist es aber schön, wenn ein Verschleißteil austauschbar ist!


Größe

Lumintop Mach V2, Sofirn ST2, Wuben X1 Pro, Olight Arkpro, Acebeam M1 Terminator
Auf meiner Waage stehen für die Lampe stolze 378g incl. Batterien – weniger als in der Werksangabe, aber mehr, als es sich anfühlt!
Die Lampe ist 138,5mm lang, 48,5mm breit und 28mm tief.
Trage- und Befestigungsmöglichkeiten
Lanyard: Ein Lanyard ist enthalten, dieses ist gleichzeitig USB-C-Kabel. Es ist etwas starrer als die meisten Lanyards, wirkt aber als wäre es der Lampe gut gewachsen und funktioniert auch als Kabel gut.


Clip: Einen Clip gibt es an der Lampe nicht. Aber am Holster. Das ist ungewöhnlich freizügig, die Lampe lässt sich aber gut einstecken und entnehmen und hält sicher. Schön ist, dass es drehbar ist, so kann die Ausrichtung der Lampe verändert werden.
Magnet: Einen Magnet gibt es in der Lampe nicht.
(Jacken)tasche: Für meine Hosentaschen ist die Lampe zu groß, höchstens in die hintere Tasche passt sie. In einer Cargohose oder Jackentasche findet die X1 Pro aber locker Platz.
UI (Bedienung)

Das UI ist simpel und intuitiv.
Der Schiebeschalter gibt einem die Auswahl zwischen Flood, Spot oder allen LEDs gleichzeitig.
Der Druckknopf schaltet die Lampe mit einem Klick in der letzten verwendeten Stufe ein.
Halten von aus bringt einen zur niedrigsten Stufe, bei eingeschalteter Lampe werden die Stufen in aufsteigender Reihenfolge durchgeschalten.
Ein einzelner Click schaltet die Lampe aus.
Ein Doppelklick bringt einen aus jedem Zustand (außer Lock) in den Turbo (welcher als einzige Stufe nicht im Memory enthalten ist.)
Dreifachclick aktiviert den Strobe
4x clicken sperrt und entsperrt die Lampe.
Zur Bestätigung der Sperre blinken die LEDs, die per Schieber gewählt sind, zweimal. Drückt man den Knopf bei gesperrter Lampe, so blinkt dieser 3x blau.
Entsperrt man die Lampe, so landet man immer in der niedrigsten Stufe.
5x clicken aktiviert oder deaktiviert den Lüfter, außer dieser wurde von der Lampe aus thermischen Gründen automatisch aktiviert – dann ist er aktiv, ob man das will oder nicht.
Leuchtprofil und Messungen
kurzer Disclaimer: durch die Form der Lampe ist es etwas schwierig, in meinem Setup gute Messwerte zu bekommen. Die Abweichung kann daher etwas größer sein. Die maximalen Werte habe ich unabhängig von den Laufzeitmessungen mit möglichst optimaler Positionierung der Lampe ermittelt. Wenn sich diese geringfügig von den Laufzeitdiagrammen unterscheiden, dann ist das einer anderen Positionierung der Lampe geschuldet.
Alle Laufzeittests wurden bei 22° Raumtemperatur durchgeführt. Die Lampe wurde nicht zusätzlich gekühlt.
Insgesamt gefällt mir das Leuchtbild sehr gut. Im Spot kann man eine ganz leichte Verfärbung im Zentrum erkennen, aber auch nur an der weißen Wand.
Abgesehen davon gibt es einen großen Spot, der eine gute Reichweite ermöglicht, aber trotzdem kein reiner Thrower ist.
Flood ist kein reines Flutlicht, wie durch die kleinen Reflektoren zu erwarten gibt es einen riesigen Spot, der sehr sanft in den Spill übergeht. Das ist in meinen Augen sehr gut gelöst, da man damit eine sehr breite Ausleuchtung mit zumindest ein bisschen Reichweite kombiniert.
Kombiniert man beides, gibt es einen definierten Spot mit sehr gleichmäßigem, angenehmen Spill. Das wirkt sehr harmonisch und durchdacht.
Einen kleinen Beamshotvergleich habe ich dazu auch für euch. Alle Fotos mit den gleichen Kameraeinstellungen. Das Handy stand in einem Stativ, die Lampe war je in der Hand, die Fotos wurden direkt nach dem Einschalten aufgenommen.



Die Performance der Lampe ist gut, ich habe maximal 11500 Lumen gemessen, 12300 sind angegeben. Das ist absolut im Rahmen der Messtoleranz. Das gilt aber nur kurz nach dem Einschalten, danach fällt die Lampe quasi sofort ab.

Das wirkliche Highlight ist aber, wie schon bei der ursprünglichen X1, die Dauerleistung ist für eine Lampe dieser Größe beeindruckend.

Einen wirklichen Vergleich für die Lampe zu finden ist schwer, sie ist ziemlich einzigartig. Die einzige andere kompakte, aktiv gekühlte Lampe in meinem Fundus ist die Sofirn HS45, aber die ist wohl eine andere Größenklasse. Wenn ihr einen interessanten Kandidaten für einen Vergleich wisst, sagt gerne Bescheid. Sofern die Lampe in meinem Fundus ist, ergänze ich das gerne noch!

Interessant an den Turbolaufzeiten ist der Einzelbetrieb von Spot und Flood. Schaut man auf die Temperaturen, sieht man, dass der Lüfter am Ende der Laufzeit immer wieder an uns aus geht. Es ist also eine Temperaturregelung verbaut und durch den Lüfter pendelt die Lampe um die Temperatur.
Warum sieht es aus, als wäre das bei einer unterschiedlichen Temperatur? Wahrscheinlich, weil der Temperatursensor nicht auf die selbe Stelle gerichtet war. Apropos Temperatur, der Lüfter ist stark genug, um meine Schreibtischunterlage genug aufzuheizen, um es auf der Wärmebildkamera zu sehen, im folgenden Bild auf der rechten Seite.

Zum Abschluss noch eine Übersicht über viele der möglichen Leuchtstufen. Aufgrund der Übersichtlichkeit habe ich Eco und die zwei niedrigeren Lows ausgelassen, sonst wäre auf dem Diagramm nichts mehr zu erkennen.

| Angaben Wuben / Meine Mesungen | Eco | Low | Mid | High | Turbo |
| Flood+Spot | 20 / 20 | 400 / 365 | 1000 / 900 | 3000 / 2620 | 12300 / 11500 |
| Flood | 10 / 10 | 200 / 180 | 500 / 450 | 1800 / 1570 | 8650 / 8250 |
| Spot | 10 / 10 | 200 / 180 | 500 / 435 | 1200 / 1060 | 3650 / 3250 |
Die Abweichungen sind recht konstant und größtenteils im selben %-Bereich, sowie auch nah an den Werksangaben. Eine Abweichung von 10-15% kann ich nicht ausschließen, gerade bei der Lampenform. Ich würde in diesem Fall Wubens Angaben mehr vertrauen als meinen Messungen, siehe Anfang des Kapitels.
CCT reicht von 6000K in Eco bis 7000K in Turbo
Der CRI der Lampe liegt bei ca. 70: 68 im Spot, 71 bei Flood.
DUV reicht von 0,004 in Eco bis 0,000 in Turbo – erstaunlicherweise gibt es dabei keinen Unterschied zwischen Flood und Spot!
Flicker ist größtenteils im grünen Bereich, in Flood Eco allerdings nahezu im gelben, dazu passt auch, dass PWM mit der Kamera erkennbar ist, mit dem bloßen Auge aber nicht. Ab Low ist das Thema dann erledigt.


Low Flood, Low Spot + Flood
Beim Laden erreicht die Lampe in meinem Setup nicht ganz 30W. Dafür ist die Ladekurve vorbildlich, genau so muss das aussehen.

Die LED wechselt schon von rot zu blau, bevor der Ladevorgang beendet ist, lädt danach aber noch mit schnell fallenden 2W weiter. Viel Kapazität bleibt also nicht auf der Strecke.
Nachdem ich die Akkus nach dem Laden entnommen hatte, waren beide bei 4,18V.
Die Kapazität der Akkus war deutlich besser als spezifiziert, beide kamen auf über 5100mAh.
Zusammenfassung
Ich habe die Lampe eine ganze Zeit lang getestet, incl. eines Urlaubs. Die Lampe hat sich im Testzeitraum sehr gut geschlagen und hat keine Auffälligkeiten gezeigt. Im Gegenteil, die Lampe war ein überraschend unauffälliger, zuverlässiger Begleiter.
Extremeinsätze gab es keine, aber Wind, Regen, Schnee und Kälte konnten der Lampe nichts anhaben, auch der Lüfter tat unauffällig seinen Dienst.
Klar, High CRI gibt es nicht, das ist für mich aber bei einer Lampe, die auf Output ausgelegt ist, zu verschmerzen.
Das Lichtbild ist in meinen Augen nahe an perfekt, Flood und Spot funktionieren sowohl einzeln als auch in Kombination richtig gut.
Die Handlage funktioniert für mich gut – in der rechten Hand Schalter unten, in der linken Hand Schalter oben. So kann ich in beiden Händen beide Schalter bedienen.
Also kurz: Die Lampe gefällt mir richtig gut! Aber bin ich Wunschlos glücklich? Nein, denn wenn ich einen Wunsch hätte, dann hätte ich gerne einen Heckschalter, ähnlich dem der X4. Die Form der Lampe lädt mich immer wieder dazu ein, diese auf Schulterhöhe zu halten, da wäre das für mich die perfekte Ergänzung. Vielleicht bekomme ich das ja irgendwann mal in einer V2 der Lampe – bis dahin erfreut sich die X1 Pro bei mir vieler Einsätze!



