Acebeam UC3A

Disclaimer: Acebeam hat mir die Lampe kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf das Review hatte dies keinen Einfluss.

Alle Messungen wurden mit Hobbyequipment durchgeführt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind dementsprechend möglich.


Einleitung

Die UC3A ist für mich, seit ich von ihrer Existenz weiß, eine sehr besondere Lampe gewesen. Im Discord von Acebeam wurde um Feedback zu Leuchtstufen und dem UI gebeten. Nachdem mir das ursprüngliche UI gar nicht zugesagt hat, habe ich einen Vorschlag übermittelt. Acebeam hat diesen in weiten Teilen übernommen – die Lampe trägt also irgendwie auch ein bisschen meine Handschrift.


Spezifikationen laut Acebeam

Es wird verschiedene Farben dieser Lampe geben, sicher weiß ich bisher von orange und schwarz.

Die Lampe könnt ihr direkt bei Acebeam kaufen.


Packungsinhalt und Eindrücke

Die Lampe kommt in einer orangen Verpackung, in der sie schön präsentiert wird. Bis auf die 900lm-Angabe sind keine weiteren Details darauf enthalten.

Darin ist die Lampe sicher in einem Plastiktray verwahrt, in dessen Unterseite sich noch die Anleitung, ein kurzes USB-A-C-Kabel, zwei Ersatz-O-Ringe und ein Karabiner mit Schlüsselring befinden. Ein Garantie- und ein Qualitätszertifikat liegen auch noch bei.

Mein erster Eindruck der Lampe selbst war „wow, ist die niedlich klein!“. Man muss dazu sagen, ich wusste, dass die Lampe klein ist, aber irgendwie war ich dann doch sehr überrascht!

Das Orange der Lampe ist seidenmatt und glatt, die Schalter, Schrauben und der Clip sind schwarz. Dazu kommt das weiße Seitenlicht und die weißen Beschriftungen. Das Design ist gefällig und wirkt durchdacht.

Die Schalter haben eine Abdeckung aus hartem Plastik, nicht aus Gummi. Mit bloßen Händen sind sie gut zu finden. Beide sind leicht erhaben über das Gehäuse, ca. 1/2 mm. Mit Handschuhen wird man das wohl nicht spüren, es verhindert aber auch, dass die Lampe all zu leicht versehentlich eingeschalten wird.

Eine Mini-Kritik habe ich aber an den Schaltern: es wirkt ein wenig, als wären sie zweistufig. Erst kommt ein wenig Leerweg, dann noch mal ein Widerstand, den man überwinden muss, um den eigentlichen Schaltvorgang auszulösen. Nicht schlimm, bei der ersten Bedienung aber durchaus ungewohnt. Der Druckpunkt an sich ist gut und nach der ersten Verwirrung hatte ich keine Probleme mehr damit.

In der Front arbeiten zwei Luminus SST-36F hinter zwei einzelnen TIR Linsen (es könnte auch eine große Linse sein, die in der Mitte durch den Metallsteg abgedeckt wird). Das Seitenlicht verbirgt sich in einer runden Plastikhülle und hat einen Abstrahlwinkel von 270°. Die Integration in die Lampe empfinde ich als sehr gelungen.

Die Lampe selbst besitzt keinen USB-Port. Dieser sitzt im Akku. (10440 – button top – 400mAh)

Eine Akkuanzeige gibt es nicht, was bei dem kleinen Akku und somit kurzen Laufzeiten zu verschmerzen ist.

Die Lampe verfügt über Verpolschutz (mindestens mechanisch). Der Tiefentladeschutz wird, soweit ich das erkennen kann, über den Akku realisiert. Die Lampe ist mit AAA-1,5V-Zellen betreibbar, daher liegt das nahe.

Wie man auf dem Bild sieht, ist das Gewinde anodisiert, ein mechanischer Lockout somit möglich.

Die Fertigungsqualität ist überragend. Nicht nur die Anodisierung ist einwandfrei, auch gibt es keine scharfen Kanten. Die Spaltmaße sind gleichmäßig, die Tailcap hat eine schöne Rändelung und läuft einwandfrei. Kombiniert man das mit der kleinen Größe, erkennt man schnell, dass die Lampe ein Handschmeichler ist.


Größe

Eingewogen habe ich die Lampe mit 62g incl. Akku.

Als Abmessungen incl. Clip konnte ich 71,5mm x 19,5mm x 31mm.


Trage- und Befestigungsmöglichkeiten 

Lanyard: Ein Lanyard ist nicht enthalten, dafür aber ein kleiner Karabiner mit Schlüsselring. Dieser kann an einer separaten Öse im Gehäuse angebracht werden

Clip: Der Clip hat eine gute Spannkraft und eine Öffnung, die das einklippen leicht macht. Er liegt nur zur Hälfte auf dem Lampenkörper auf, das stört aber nicht.

Einzig die zwei Schrauben können, gerade in Verbindung mit dickeren Stoffen, das vollständige Einschieben erschweren.

Ich würde den Clip nicht ganz deep carry nennen, es schaut noch ca. 1cm der Lampe aus der Tasche. Für mich optimal, dann hat man noch etwas zum greifen.

Magnet: Der Magnet sitzt in der Tailcap und hat mit dem Gewicht der Lampe keinerlei Probleme. Er ist kräftig genug, dass die Lampe ein keiner Position eine Neigung zum drehen hat, außer die Kontaktfläche ist wirklich klein.

(Jacken)tasche: Sowohl in der Hosen-, wie auch in der Jackentasche ist die Lampe absolut unauffällig. Gewicht und Größe spielen da die volle Stärke aus.


UI (Bedienung)

Ich habe es ja in der Einleitung schon erwähnt, das UI dieser Lampe hat mich mit Acebeam zusammengebracht. Dabei wurden viele, wenn auch nicht alle, meiner Vorschläge übernommen. Meinen einzigen Kritikpunkt, der auch von meinem Vorschlag abweicht, möchte ich gleich voranstellen: 3 oder mehr Klicks für Strobe ist die größte Abweichung von meinem Vorschlag. Ich hätte das lieber als Lock gesehen.

Erklärung 1C, 1H…

1C: kurzer Klick, 2C: Doppelklick, …

1H: Drücken und ohne loslassen gedrückt halten

2H: kurzer Klick, gefolgt 1H

Für das Frontlicht:

1C: ein (ohne memory, immer medium) – bei eingeschalteter Lampe aus.
1H: ultra low – bei gedrückt halten für >3s sperren / entsperren – bei eingeschalteter Lampe Leuchtstufenwechsel.
2C: high – noch mal 2C für Rückkehr zum vorherigen Modus
3C, 4C,…: Strobe

Für das Seitenlicht:

1C: ein in high – bei eingeschalteter Lampe aus.
1H: ein in low – bei eingeschalteter Lampe Leuchtstufenwechsel.
2C bei eingeschalteter Lampe: Wechsel durch die Farbmodi (Rot, Rot blinkend, Grün, Grün blinkend, Blau, Blau blinkend, Rot-Blau-alternierender Strobe, Rainbow.)

Insgesamt ist die Bedienung, trotz des Funktionsumfangs, sehr einfach gestaltet und es gibt viele Shortcuts. Die Lampe sollte auch für den durchschnittlichen Amazon-Käufer gut zu bedienen sein und trotzdem die meisten Enthusiasten abholen.


Leuchtprofil und Messungen

Alle Messungen wurden in meiner 30cm Ulbrichtkugel durchgeführt. Die Temperatur lag dabei zwischen 22 und 25°C. Außerdem wurde noch ein Opple Light Master III und ein TASi TA636B Luxmeter verwendet. Bitte beachtet, dass es sich um Hobbyequipment handelt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind also möglich!

Output und Lichtbild

Das Frontlicht hat ein paar TIR-typische minimale Artefakte im Lichtbild. Das sieht man aber nur auf kurze Distanz an der weißen Wand, selbst Indoor sind mir diese nie aufgefallen. Es gibt einen deutlichen Spot, der sanft in einen weiten Spill ausläuft.

Das Seitenlicht leuchtet wunderschön gleichmäßig. Durch die große Oberfläche ist es ziemlich blendfrei. Werksangaben zu den Helligkeiten gibt es nicht, ich kann diese auch nicht wirklich gut messen. Ein Laufzeitdiagramm für Weiß habe ich trotzdem erstellt. Dazu versuche ich, die unterschiedlichen Beleuchtungsvarianten für euch zu visualisieren.

Das Seitenlicht läuft gut geregelt. Die Angabe der Lumen im Diagramm für das Seitenlicht sollte in etwa hinkommen, bitte genießt diese jedoch mit Vorsicht. Auch eine deutliche Abweichung kann ich nicht ausschließen.

Die Laufzeiten für das Hauptlicht sehen ziemlich genau so aus, wie man es den Spezifikationen entnehmen kann. Die Regelung gefällt mir gut, mehr dürfte aus dem kleinen Akku nicht herauszuholen sein. Die 900lm-Stufe steht nur kurz zur Verfügung, löblicherweise gibt das Acebeam aber auch ganz transparent an!
Einzig ultralow habe ich nicht vermessen, eine gerade Linie für 23 Stunden würde das Diagramm sprengen.

Die folgenden Messungen wurden mit vollem Akku direkt nach dem Einschalten vorgenommen.

Werksangaben / Messungenultralowlowmedhigh
Frontlicht4 / 3,580 / 90210 / 228900 / 960

Die Luxmessungen passen nicht ganz zu den 1806cd / 85m, die Acebeam angibt. Ich habe mit zwei Luxemetern deckungsgleiche Werte ermittelt. Gemessen jeweils auf 1m habe ich beim Einschalten 2780cd / 105,5m nach 30 sec 1260cd / 71m.

Auf den Wärmebildern sieht man schön, wo sich die Lampe beim Betrieb aufheizt. Beide Bilder wurden nach je einer Minute in der höchsten Stufe aufgenommen.

Auch mit 1,5V- und 1,2V-Zellen funktioniert die Lampe. Da die Laufzeiten dabei stark von den Batterien abhängen, gibt es kein Diagramm. Den maximalen Output habe ich aber gemessen. Sowohl mit einer 1,5V-Zell (als auch mit einem Eneloop kam ich auf 82 Lumen. Bei den Beamshots findet ihr auch ein Vergleichsbild mit Eneloop!

CCT, CRI, DUV, PWM

SeitenlichtFront UltralowFront High
CCT460070007400K
CRI1007676
DUV0,001-0,001-0,005

Flicker sieht sowohl beim Frontlicht als auch beim Seitenlicht gut aus. Die Rohdaten zeigen in den niedrigen Modi ein deutliches Rauschen, dass sich aber nicht sichtbar äußert.

PWM konnte ich beim weißen Licht in keinem Modus feststellen, auch auf der Kamera nicht. Die Farben habe ich nicht getestet.

Beamshots

Wie immer habe ich die Beamshots für alle Lampen direkt nacheinander mit den gleichen Kameraeinstellungen aufgenommen.

Einzelbilder

Die Abstrahlung des Seitenlichts habe ich auch versucht bestmöglich darzustellen.

Akkus und Aufladung

Machen wirs kurz: Die Ladekurve ist einwandfrei, die Kapazität hat mein Vapcell S4+ mit 432mAh vermessen. Da gibt es nichts zu meckern.


Zusammenfassung

Acebeam hat mit der Lampe eine tolle kleine EDC geschaffen. Die minimalen Patzer (Schrauben unter dem Clip, Druckpunkt der Tasten) sind Jammern auf sehr hohem Niveau. Das Frontlicht ist Geschmackssache, kalt und low CRI, dafür angenehmer Tint und hoher Output.

Auf das UI möchte ich hier gar nicht weiter eingehen, auch wenn es eine der Stärken der Lampe ist. Dafür aber um so mehr auf die Verarbeitungsqualität, den austauschbaren 10440-Akku, der sich auch durch 1,2 und 1,5V AAA-Zellen ersetzen lässt und auch das Seitenlicht.

Letzteres mag nicht das Hellste sein, aber es glänzt mit toller Ausleuchtung, High CRI, neutraler Lichtfarbe und wenig Blendung. Die Farben sind immer eine nette Spielerei, durch die große Fläche ist es aber auch gut zum Warnen oder als Markierung geeignet.

Die Lampe hat sich bei mir indoor wie outdoor großartig geschlagen. Ein Platz unter meinen Lieblingslampen ist ihr nach dem Testzeitraum sicher und sie wird sich oft in meine Hosentasche verirren. Gerade jetzt, wo hier die hellere Jahreszeit beginnt, kommt eine tolle kleine Lampe gerade recht!

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