Disclaimer: Wurkkos hat mir die Lampen kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf das Review hatte dies keinen Einfluss.
Alle Messungen wurden mit Hobbyequipment durchgeführt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind dementsprechend möglich.
Einleitung
Ich weiß, ich bin mit dem Review spät dran. Ich hatte den Zwerg auch vorab schon in der Hand, wusste also ungefähr, was auf mich zukommt. Dem Vergleich zu meinen anderen Cliplampen und einem ausführlichen Test incl. Messungen konnte ich dann aber doch nicht widerstehen!
Spezifikationen laut Wurkkos

Die Lampe gibt es in vielen unterschiedlichen Farben, es sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein!
https://www.wurkkos.com/products/wurkkos-hd03-clip-light
Packungsinhalt und Eindrücke
Die Lampe kommt, wie die meisten Wurkkos-Lampen, in einer kleinen, weißen Box mit Abbildung und Daten der Lampe darauf.

Innerhalb ruht die Lampe in einem Platiktray, sauber geschützt von einem zusätzlichen Beutel. Wie bei vielen modernen Verpackungen gibt es einen Tab, an dem man das innere sauber aus der äußeren Packung ziehen kann.
Unter dem Tray sind noch ein USB-C-C-Kabel und das Lanyard eingelegt, dazu auch noch eine mehrsprachige Anleitung.

Der Ersteindruck, wenn man die Lampe aus der Packung befreit, ist wahrscheinlich bei den meisten: “oh, ist die klein und niedlich”. Die Form ist sehr gefällig, etwas verspielter als die meisten Cliplampen. Nicht umsonst hat selbst Wurkkos den Vergleich mit den weit bekannten Minions geteased.

Der erste Qualitätseindruck ist gut,es gibt keine Auffälligkeiten an den Lampen. Der Clip als prägendes Designmerkmal wirkt robust, die Schalter sind zwar recht klein, aber gut zu bedienen. Der Schieber rastet sauber ein, der Druckschalter ihat kein Spiel und einen guten Druckpunkt.

Die Anodisierung ist einwandfrei, die Farben könnten nicht unterschiedlicher sein. Schwarz ist matt, griffig, etwas rau, mit grauem Bezel. Rot ist relativ glatt, glänzend und mit goldenem Bezel.
Da ich die Lampe vor dem Review schon mal in einer frühen Version (erster Batch) in der Hand hatte, war ich doch erstaunt, wie weit sich das Äußere verändert hat. Wo anfangs noch weiße Laserbeschriftung waren, sind das Wurkkos-Logo auf der Front und die seitlichen Beschriftungen schön geprägt, ebenso der HD03-Schriftzug auf dem Clip.
Einzig die CE RoHS Kennzeichnung ist noch gelasert. Das trägt zum hochwertigen Ersteindruck bei.
Die LEDs, eine kaltweißte in der Mitte, umgeben von einem Ring von wärmeren und RGB-LEDs sitzt hinter einer Kunststofflinse, die nicht durch Glas bedeckt ist. Der äußere Teil ist von Noppen bedeckt, der mittlere von asymmetrischen Schrägen.
Für die Bedienung des Clips ist das ganz angenehm, da sich dadurch mehr Grip ergibt.

Der USB-Port zum Laden des integrierten Akkus befindet sich oben auf dem Kopf der Lampe. Die Gummiabdeckung sitzt einwandfrei und wird sich ziemlich sicher nicht von selbst lösen, der Ausschnitt um den USB-C-Port ist für dickere Kabel etwas knapp, die meisten passen aber ohne Probleme.
Eine Lade- und Akkustandsanzeige ist im Druckknopf integriert
Grün: 50-100% / voll geladen
Orange: 20-50%
Rot: 1 – 20% und während des Ladens wird geladen

Größe

Oligh OClip Pro, Wurkkos HD03, Loopgear Loopdot, Wurkkos HD03, Sofirn ST10

Meine Waage sagt der HD03 schlanke 48g nach, ihre Größe habe ich mit 60×29,5×25,5mm gemessen
Trage- und Befestigungsmöglichkeiten
Lanyard: Ein Lanyard ist enthalten. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine typische Handschlaufe, sondern um eine mehrteilige Konstruktion, die qualitativ durchaus hochwertig anmutet. Man kann das Lanyard auf unterschiedliche Arten nutzen, entweder nur die kurze Variante mit dem kleinen Ring oder beide Teile kombiniert.

Clip: Naja, es ist eine Cliplampe, der Clip ist also integraler Bestandteil der Lampe. Groß, robust, gummiert. Auch wenn man auf die Linse drücken muss, um ihn zu bedienen, bevorzuge ich diese Orientierung im Vergleich zum Oclip Pro.

Magnet: Im Clip der Lampe ist auch ein Magnet integriert. Dieser ist ausreichend stark, um die Lampe zu halten, an senkrechten Oberflächen dreht sie sich aber gerne mal, wenn man sie mit dem Kopf nach oben anbringt. Der Magnet ist im dickeren, unteren Teil der Clips, der Schwerpunkt der Lampe aber eher im oberen Teil. Wenn man das berücksichtigt, kann man sich kleine Schreckmomente ersparen.

(Jacken)tasche:
Klar, in der Jacken- oder Handtasche ist die Lampe easy tragbar, gerade weil man sie auch aufgeräumt irgendwo hinclippen kann. In der Hosentasche merkt man aber doch, wie bei eigentlich allen anderen Cliplampen auch, dass sie weder deep carry noch allzu flach ist. Wirklich gestört hat mich das nicht, denn dadurch, dass die Lampe so klein und leicht ist, findet sich trotzdem immer ein Plätzenchen, an dem sie sich aufgeräumt und bequem tragen lässt.
UI (Bedienung)

Das UI ist für so eine kleine Lampe erstaunlich umfangreich. Ich schreibe bewusst nicht komplex, denn es ist so einfach wie möglich gehalten. Trotzdem vereint es viele Funktionen auf wenig Raum und bringt damit die ein oder andere Kleinigkeit mit, die man sich merken muss.
Der Schieber wechselt zwischen Spot und Flood, das UI für die Beiden ist gleich.
Bei ausgeschalteter Lampe:
1x klicken: Einschalten immer in low
Halten: Moonlight
2x klicken: RGB
3x klicken: Sperre
4x klicken: Sperre
Bei eingeschalteter Lampe in Flood/Spot:
1x klicken: Ausschalten
Halten: Helligkeit ändern (Low – Med – High – Turbo – Low – …)
2x klicken: Turbo
3x klicken: Strobe
4x klicken: Strobe
Anmerkung: Aktiviert man Turbo mit Doppelklick, schaltet ein Einfachklick zurück zur verher genutzten Stufe, erst ein weiterer Schaltet aus.
Egal, ob man Turbo in der Schaltreihenfolge oder durch Doppelklick aktiviert, die Lampe merkt sich das nicht. Hat man den Turbo über die normale Moduswahl aktiviert, startet die Lampe beim nächsten Mal in Low.
Bei eingeschalteter Lampe in RGB:
1x klicken: Ausschalten
Halten: Farbe ändern im stufenlosen einstellbaren Farbmodus
2x klicken: nächster RGB-Modus
Eine kurze Übersicht über die verschiedenen RGB-Möglichkeiten, die Reihenfolge von links nach rechts stimmt mit der Schaltreihenfolge der Lampe überein:

Einen Kritikpunkt habe ich allerdings: Startet man die Lampe in Moon, schaltet dann zwischen Flood und Spot um, geht die Lampe automatisch auf die zuletzt genutzte Leuchtstufe, also hier nicht nur auf low! Das kann schon mal blenden, wenn man nicht damit rechnet!
Ähnlich verhält sich die Lampe auch, wenn Turbo genutzt wird – beim Umschalten von Flood und Spot wird in die vorher genutzte Stufe gewechselt..
Leuchtprofil und Messungen
Nun, wie leuchtet der Zwerg denn so?
Das Flutlicht ist gleichmäßig und artefaktfrei. Das Spotlicht ist interessanter Weise leicht oval und der Spot nicht, wie z.B. bei der Olight Oclip Pro sehr abgesetzt, sondern läuft schön in einen brauchbaren, gleichmäßigen Spill aus. Alle Lampen auf Turbo, die Kameraeinstellungen waren fixiert.

Interessant: Der Spot ist bei stehender Lampe nach unten gewinkelt. Ich bin leider nicht in der Lage, das sinnvoll in ein Bild zu packen.
| Werksangabe / meine Messung | Moon | Low | Mid | High (30S) | Turbo (30S) |
| Spot | 1/1,8 | 20/21 | 110/113 | 320/340(325) | 680/720(650) |
| Flood | 1/1,2 | 15/24 | 75/101 | 150/204(200) | 320/430(320) |





Die Lampe wird selbst bei ausdauerndem Turbobetrieb nicht wirklich heiß, nur leicht warm – mehr würde aber wohl die Batterie auch nicht hergeben

Es gibt nur eine Reichweitenangabe mit 3500cd, ich habe im Spot Turbo 3480cd gemessen, also passt auch diese Angabe hervorragend!
CCT reicht von 5050K in low bis 5250K in turbo (Flood)
CCT reicht von 5600K in low bis 5800 in turbo (Spot)
CRI für Spot ist bei 70, für Flood spuckt der Light Master III beeindruckende 100 aus!
DUV ist in Flood bei -0,002, in Spot bei 0,004
Die Flicker-Messung sieht in Spot und Flood ähnlich aus, anbei einmal die Messung zu Spot in Low und Turbo.

PWM ist nur mit der Kamera in Moon erkennbar, in Low noch zu erahnen. Mit bloßem Auge ist es aber nie wahrnehmbar.

Der Ladevorgang könnte langweiliger (=unauffälliger) nicht sein. Die angegebene Kapazität des Akkus wirkt danach auch realistisch.
Zusammenfassung
Die HD03 ist nicht umsonst ein Verkaufsschlager. Günstiger Preis, großer Funktionsumfang, toller Gadget-Faktor. Guter Output, gut geregelt.
Die Knöpfe sind etwas klein, aber die Lampe halt auch. Abseits dessen erlaubt sich die Lampe auch bei der Bedienung kaum einen Patzer.
Klar, wer intensiv sucht, findet immer etwas – z.B. den etwas schwachen Magneten, RGB eher “nur” Stimmungslicht (z.B. als Rücklicht fürs Rad reichts trotzdem), kleine Kritikpunkte am UI, viel ist das aber nicht. Normalerweise lasse ich den Preis in meinem Review außen vor, aber in diesem Fall geht das nicht so ganz – denn der tröstet über jede potentielle Schwäche hinweg.
Egal ob Hunderunde, Stimmungslicht oder kleiner Alltagsbegleiter, die HD03 hat mir gut gefallen und kann mit anderen, deutlich teureren, Cliplampen mehr als gut konkurrieren.
Wer im Dschungel der Cliplampen kein ultrahelles Rotlicht braucht, aber auf der Suche nach einem hellen, geregelten und schicken Lämpchen ist, das ziemlich viele Bereiche abdecken kann, der sollte zugreifen.
Auch als kleines Geschenk macht sich die Lampe mit der vielfältigen, aber einfachen Bedienung und den vielen praktischen Anwendungen gut. Und das dank des niedlichen äußeren und der vielen Farben auch unabhängig aller Alters- und Geschlechterklischees.

