Disclaimer: Ich habe die Lampe von UltraFire für das Review kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen. Für das Review werde ich nicht bezahlt und es stellt meine ehrliche Meinung dar.
Spezifikationen laut UltraFire
Die Lampe ist in 5 Farben erhältlich, ich habe mir mitternachtsblau ausgesucht. Anscheinend gibt es auch eine Version mit Rotlicht, ich habe die mit UV bekommen.
Anscheinend ist die Trustfire Mini X3 SE baugleich, die Trustfire X3 hat dazu noch ein Flutlicht auf der Clip-Seite und ein etwas anderes UI.

Packungsinhalt und Qualität

Als Verpackung dient eine dramatisch anmutende, kleine, schwarze Box, auf der die schwarze Version der Lampe vor Feuer gezeigt wird. Beiliegend sind eine mehrsprachige Anleitung und ein kurzes USB-A-C-Kabel.
Die Lampe, welche nicht zu öffnen ist und eine integrierte Batterie hat, fühlt sich qualitativ sehr hochwertig an. Die Anodisierung ist seidenmatt, leicht glänzend und glatt.

Sowohl Bezel als auch der Ring um den Schalter sind aus Metall, beim Seitenschalter bin ich mir nicht ganz sicher, dieser fühlt sich wärmer an als der Rest der Lampe.

Die Gummiabdeckung des Hauptschalters steht leicht über, der eigentliche Schalter sitzt tiefer als der silberne Ring. Dadurch ergibt sich ein Weg von ungefähr 2-3mm, bevor das Gummi auf den Schalter trifft.
Ein versehentliches Einschalten wird so auch ohne Lock sehr effektiv verhindert, allerdings fühlt sich der Schalter dadurch auch etwas schwammig an.
In den Schalter integriert ist eine Akkuanzeige.

Eine gut abgedecte USC-C-Buchse befindet sich gegenüber des Seitenschalters

Der Seitenschalter hat 3 sehr deutliche Rastpunkte. Eine versehentliche Verstellung halte ich für ausgeschlossen, es braucht eine gute Menge an Kraft, um den Schalter zu bewegen.
Auf beiden Seiten hat die Lampe Zonen mit diamantförmigem Knurling, welches sauber gefräst und nicht scharfkantig ist, aber trotzdem gut Grip bietet.
Die TIR sitzt hinter Glas und hat einen Ausschnitt für den Laser, bedeckt aber sowohl die weiße als auch die UV-LED

Die Verarbeitung ist makellos. Über den Testzeitraum ist mir allerdings aufgefallen, dass die Anodisierung an den Kanten zum Magnet etwas angekratzt ist und ich irgendwie zwei kleine Punkte “reingekratzt” habe.


Nachdem mir das jetzt schon mehrfach vor allem bei blauen Lampen aufgefallen ist, würde ich vermuten, dass blaue Anodisierung weicher ist als z.B. schwarze oder braune.
Größe

Von oben nach unten: Sofirn IF24Pro, Sofirn ST1, UltraFire S3, Boruit U8
Die Lampe misst 102 x 30 x 16mm (der Schalter steht ungefähr 1mm über, der Clip auf der anderen Seite 6mm) und wiegt 92g. Das Gewicht stimmt mit der Packung perfekt überein, die angegeben Maße sind wohl incl. Seitenschalter, Hauptschalter und Clip!
Trage- und Befestigungsmöglichkeiten
Lanyard: Es wird kein Lanyard mitgeliefert und es gibt auch keine Befestigungsmöglichkeit für eines.
Clip: Der Zweiwegeclip ist auf der steiferen Seite, allerdings im positiven Sinne. Er ist deep carry und nimmt auch dickere Taschensäume auf.
Er ist mit zwei Schrauben befestigt und kann dadurch abgenommen werden. Die Schrauben sind zwar nicht versenkt, aber glatt und Innensechskant. Sie könnten an eine Naht o.ä. hängenbleiben, ich glaube aber nicht, dass sie wirklich etwas beschäden würden. Insgesamt ist der Clip sehr gut.

Magnet: Der Magnet ist beeindruckend stark und hält die Lampe auch horizontal auf rutschigen Oberflächen bombenfest. Ich würde ihn als einen der besten seiner Art bezeichnen, den ich bisher in einer Lampe gefunden habe.
UI


Das UI ist simpel, allerdings steht und fällt in meinen Augen die Entscheidung, ob man die Lampe mag, mit dem UI.
Der Seitenschalter ist für die Auswahl zwischen weißem Licht, UV und Laser zuständig und behält dabei immer den Grundstatus (ein/aus/gesperrt) der Lampe bei.
Wenn die Lampe aus ist, dann sperrt ein Doppelklick die Lampe. Entsperrt wird sie auf dem selben Weg und dabei in dem Modus eingeschalten, auf dem der Seitenschalter steht. Als Zeichen, dass die Lampe gesperrt ist, blinkt die Lampe im gewählten Modus zweimal – ja, selbst der Laser.
Ein langer Knopfdruck schaltet die Lampe ein. Ein kurzer Druck bei ausgeschalteter Lampe zeigt den Akkustatus im Hauptschalter.
Der Laser kann nur an und aus, ebenso UV. Ausgeschalten wird ebenso wie eingeschalten, mit einem langen Knopfdruck.
Selbiges gilt auch für das weiße Licht, dieses hat aber mehrere Leuchtstufen, die mit einem kurzen Druck umgeschalten werden.
Nicht mein Favourit, vor allem weil ich kurzer Druck für ein/aus und langer Druck für Moduswechsel gewohnt bin. Wer das nicht gewohnt ist wird keine Probleme haben und für eine EDC ist das UI auch nachvollziehbar, so muss man die Lampe nicht jedes Mal sperren.
Messungen und visuelle Eindrücke
Der Laser ist… ein Laser. Mir gefällt, dass es ein roter Laser ist, diese mag ich für EDC lieber. Grüne Laser in Präsentationen kann ich nicht leiden. Das ist aber wie immer geschmackssache. Die Leistung ist gut, nicht zu viel, nicht zu wenig.

UV ist etwas unterwältigend. Der UV-Teil funktioniert soweit, allerdings gibt es ziemlich viel sichtbares Licht, welches dann wieder überstrahlt. Das könnte daher kommen, dass die UV-LED hinter einer TIR sitzt und nicht wie z.B. bei der Sofirn SR23 in einem separaten Reflektor. Ein ZWB-Filter wäre natürlich noch die Krönung.

Weiß ist im Gegenzug dazu ziemlich gut. DUV 0,000 in low, 0,003 in high würde ich perfekt neutral nennen, vor allem in Verbindung mit einer CCT zwischen 5000 und 5600k. Großer Sport, riesige Corona und ein sehr weiter, weicher Spill. Perfekt für EDC in meinen Augen.


low / high
Der Flickertest ist komplett unauffällig.
Wenn wir über Performance reden, kommen wir am Treiber nicht vorbei. Dieser ist temperaturreguliert und liefert mehr Leistung bei gekühlter Lampe. Das funktioniert auch ziemlich gut, auch wenn die Regelung nicht die feinste ist. Das schwingen der Lampe sieht man deutlich im Laufzeitdiagramm, mit den Augen aber nicht.

Zusammengefasst ist die Performance sehr gut. Nach dem Stepdown läuft die Lampe mit rund 40% der Leistung für über zwei Stunden weiter, bevor sie das nächste mal runterschaltet. Dann gibt es noch eine gute Stunde nutzbares Licht. Nach dem nächsten Runterschalten läuft die Lampe blinkend noch mal weiter bis zur 5-Stunden-Marke und schaltet sich dann aus.
Die Lampe ist mit 1200 Lumen angegeben, auf meinem unkalibrierten Equipment landet sie bei 950lm. Bisher war ich nie weit weg von den Messungen anderer Reviewer, trotzdem bitte diese Werte immer kritisch betrachten!
| low | mid | high | Extreme | |
| UltraFire Angaben | 3,5 | 55 | 220 | 1200 |
| Meine Werte | 4 | 30 | 150 | 950 |
Schaut man die Werte an, könnte man den Eindruck haben, dass die Lampe nicht gut performt – ich verweise da noch mal auf das unkalibrierte Equipment und dass es sich um bessere Schätzungen handelt!
Um das kurz einzusortieren: Low stimmt ziemlich perfekt überein, mid und high scheinen einfach etwas hoch angegeben zu sein. Extreme ist irgendwo im Bereich wo ich es erwarten würde, vielleicht minimal darunter. Ziemlich gut!
Zusammenfassung
Wer nach einer gut verarbeiteten EDC mit tollem Clip, gutem Licht und einem roten Laser sucht, der sollte sich die Lampe näher anschauen. UV könnte besser sein, das UI ist Geschmackssache. Über integrierte Akkus kann man immer streiten, aber ohne wäre ein solcher Formfaktor nicht möglich, ist für mich also in dem Fall passend.
Die Lampe fällt für mich auch viel in die Kategorie, welche Nicht-Flashies anspricht. Meine Frau, die absolut überhaupt nicht an Lampen interessiert ist, hat mir nach 5 Minuten mit der Lampe erklärt, dass diese nach dem Review an Sie übergeht!
Ich hatte die Lampe viel im Büro dabei, da Sie unauffällig in der Hosentasche verschwindet und alles mitbringt, was man so brauchen könnte.
Ich kenne Ultrafire noch von früher und kann sagen, dass das heute ein anderes Level ist. Die Verarbeitungsqualität und Elektronik sind nicht nur up to date, sondern richtig gut!

