Wurkkos T1

Disclaimer: Wurkkos hat mir die Lampe kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf das Review hatte dies keinen Einfluss.


Einleitung

Die Wurkkos T1 hat bei mir einige Knöpfe gedrückt. Ich mag Drehringe und ausgefallene Designs, beides bringt die Lampe mit. Kombiniert mit einem Seitenlicht und einem zweistufigen Schalter. Kombiniert mit einer, mir bisher unbekannten, großen, Leistungsstarken LED klang das vielversprechend genug für ein Review.


Spezifikationen laut Wurkkos

Es gibt die Lampe nur in der einen, silbergrauen Version. Sollten noch weitere Versionen erscheinen, findet ihr diese bei Wurkkos!


Packungsinhalt und Eindrücke

Die Lampe kommt in einer weißen Schachtel mit Aufdruck der wichtigsten Daten. Die Lampe selbst ruht mit eingelegtem Akku in einem Plastiktray, drunter finden sich noch ein Ladekabel, ein Lanyard, zwei O-Ringe und eine Anleitung.

Hat man die Lampe aus der Packung befreit, kann man das Design bewundern. In meinen Augen ein Volltreffer, aber sicher außergewöhnlich. Die Einschnitte im Batterierohr mit Blick auf das Innenrohr mit Wabenmuster sind aber nicht nur optisch relevant, sie bieten auch einen guten Griff. Wie sehr sich dort Dreck sammeln kann, muss die Zukunft zeigen.

Am Heck der Lampe, welches übrigens fest mit dem Batterierohr verbunden ist, findet sich ein Drehschalter. Dieser läuft ausreichend schwergängig, um sich nicht selbst zu verstellen, aber leichtgängig genug, um ihn einhändig zu bedienen. Er hat in Achse des Batterierohrs minimal Spiel – so, dass man es bei der Bedienung nicht bemerkt, aber beim dran wackeln sehen kann. Jede der 4 Positionen rastet spür- und hörbar ein. Allerdings eher subtil, ein lautes Klick oder einen sehr deutlichen Rastpunkt sollte man nicht erwarten.

In der Mitte des Rings sitzt ein Schalter. Dieser ist elektronisch und zweistufig, fühlt sich aber eher an wie ein klassischer Clicky. Er steht weit über das Gehäuse hinaus, Tailstand gibt es also nicht. Der Schalter ist sehr empfindlich – mir ist es diverse male passiert, dass ich vom leichten Auflegen des Fingers den Modus gewechselt habe! Abgesehen davon fühlt sich der Schalter gut an. Nachdem man die Tailcap nicht einfach demontieren kann, kann man leider auch nicht selbst anlegen, um den Schalter ggf. etwas unempfindlicher zu machen.

Wie schon erwähnt, kommt man an den Akku nur, in dem man den Kopf von der Lampe trennt. Das Gewinde ist nicht anodisiert und extrem sauber, sowie leicht gefettet. Schaut man ins Innere, sieht man, dass der Akku beidseitig federgelagert ist.

Am Kopf selbst gibt es einen USB-C-Port, welcher von einer Gummiabdeckung verschlossen wird. Diese sitzt tief und ziemlich fest im Lampenkopf – ich gehe allerdings davon aus, dass der Port nicht intern noch mal abgedichtet ist.

Gegenüber sitzt die Besonderheit der Lampe: Ein Seitenlicht! Die Linse ist sauber eingelassen und leicht zurückgesetzt. Sie ist dazu auch noch abgeflacht, so dass sie relativ gut geschützt sein sollte – zumal es kein Glas darüber gibt, welches brechen könnte. Die Beleuchtung lässt sich damit in rot, grün und blau gestalten und auch einen Police-Strobe gibt es.

Schaut man von vorne in die Lampe, sieht man schön zentriert in einem leicht texturierten Reflektor die Cree XFLSNA. Diese ist der LMP LHP73B optisch sehr ähnlich. Ob der Bezel aus Alu oder Stahl ist, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Das Glas ist sichtbar beschichtet.

In der Hand liegt die Lampe gut. Die Ausschnitte im Body geben guten Halt, der Schalter ist mit dem Daumen super zu finden und auch der Drehring ist gut bedienbar. Der Bereich der Lampe, welcher warm wird, liegt schön außerhalb meiner Hand, selbst bei ausgiebigem Betrieb bei hohem Output wurde es nie unangenehm. Die Lampe ist auch lang genug, dass das Seitenlicht bei normaler Handhaltung außerhalb der Faust liegt.


Größe

Meine Waage zeigt 208g für die Wurkkos T1 incl. Akku an.

Die Lampe ist 144,5mm lang. Am Lampenkopenkopf sind es 34mm Durchmesser, am Batterierohr 27mm und am Kontrollring 30mm.


Trage- und Befestigungsmöglichkeiten 

Lanyard: Ein Lanyard ist enthalten – gute Qualität, sichert die Lampe. Sticht aber auch nicht heraus.

Clip: Der Clip gefällt mir sehr gut! One-Way, die Lampe schaut noch etwas heraus, so dass man sie gut ziehen kann und die Form und Öffnung nehmen nahezu jede Dicke von Stoff oder Hosensaum auf. Die Ausfräsungen im Batterierohr stören dabei nicht, könnten aber, wenn der Clip ungünstig gedreht ist, möglicherweise einen erhöhten Verschleiß am Stoff nach sich ziehen.

Magnet: Einen Magnet gibt es nicht.

(Jacken)tasche: Die Lampe ist, für ihr Größe, erstaunlich schlank und in weiteren Hosen für mich gerade noch tragbar. In der Jackentasche, am Rucksackriemen,… trägt sich die Lampe einwandfrei.


UI (Bedienung)

Das UI der Lampe ist simpel gehalten. Das wird vor allem durch den Drehring am Ende ermöglicht. Dieser hat 4 Stellungen:

Lock: Die Lampe ist vollständig gesperrt. Nur halb gedrückt halten aktiviert den Moon-Modus als Momentlicht.

Seitenlicht: Voll drücken schaltet den Police Strobe ein, halb durchdrücken das Seitenlicht im zuletzt genutzen Modus. Dort schaltet halb drücken des Schalters die Leuchtstufen durch, halb gedrückt halten den Modus (weiß, rot, grün, blau). Voll durchdrücken bei eingeschalteter Lampe schaltet aus.

Outdoor: Halb gedrückt halten von aktiviert Moon, halb oder ganz drücken schaltet die Lampe im zuletzt genutzen Modus ein. Ist die Lampe an, schaltet man mit halb durchdrücken die Stufen durch, mit voll durchdrücken aus.

Tactical: Halb drücken gibt Turbo als Momentlicht, voll Strobe als Momentlicht.


Leuchtprofil und Messungen

Alle Messungen wurden in meiner 30cm Ulbrichtkugel durchgeführt. Die Temperatur lag dabei zwischen 24 und 30°C. Außerdem wurde noch ein Opple Light Master III und ein TASi TA636B Luxmeter verwendet. Bitte beachtet, dass es sich um Hobbyequipment handelt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind also möglich!

Wirklich heiß wird die Lampe nie, das höchste was ich erreichen konnte waren knapp 50°. Das ist merklich warm, aber (für mich) noch unterhalb der Schmerzgrenze.

Output und Lichtbild

Die Lampe bietet ein eher flutiges, sauberes Lichtbild, welches mir Outdoor wie Indoor gut gefallen hat. Der Spot ist trotzdem deutlich sichtbar und geht ohne scharfe Abgrenzung in den Spill über. Dieser ist weit und frei von Artefakten.

Das Seitenlicht ist flutig, ohne sichtbaren Spot. Hat man die Lampe an den Rucksackträger geclipt, bietet sie einem einen wunderbaren, gleichmäßigen Lichtkegel vor den Füßen.

Die Performance der Lampe würde ich mit sehr gut beschreiben. Zuerst war ich über den etwas niedrigen dauerhaften Output erstaunt – wobei das auch schon Jammern auf hohem Niveau gewesen wäre. Nach einer Unterhaltung mit einem anderen Reviewer habe ich noch einen gekühlten Laufzeittest gemacht. Wurkkos hat hier eine saubere Temperaturregelung verbaut und meine ungekühlten Tests im Hochsommer waren da nicht optimal. Mit einem leichten Luftstrom, der meiner Erfahrung nach in etwa dem realen Einsatz (in der Hand halten und gehen) entspricht, sieht das Bild deutlich anders aus und der dauerhafte Output der Lampe ist lobenswert!

Auch die Zeit bis zum Stepdown will ich noch mal „reinzoomen“:

Auch das Seitenlicht habe ich durchlaufen lassen. Die Lumen-Angaben für Rot sind vollständig ohne Gewähr, meine Kugel ist nur auf weißes Licht kalibriert. Das weiße Seitenlicht läuft ungeregelt, ich gehe davon aus, dass das auch für die Farben gilt. Exemplarisch zeige ich euch rot.

ModusMax. in 1. MinuteLumen bei 30sLaufzeit
Wurkkos T1 Turbo6040 lm2198 lm3h 18min
Wurkkos T1 high2152 lm2136 lm3h 22min
Wurkkos T1 mid711 lm711 lm4h 9min
Wurkkos T1 low287 lm287 lm8h 43min
Wurkkos T1 moon3-4lm3-4lmn/a
Wurkkos T1 side high113 lm97 lm11h 28min

Ich konnte maximal 390m Reichweite für die Lampe ermitteln.

CCT, CRI, DUV, PWM

moonturboSeitenlicht lowSeitenlight high
CCT6100710055006500
CRI67726775
DUV0,0070,0000,0090,005

Flicker ist im grünen Bereich, PWM lässt sich weder mit dem Auge noch mit der Kamera feststellen. 

Alle Rohdaten zu den Messwerten findet ihr hier.

Beamshots

Alle Bilder wurden mit einheitlichen Kameraeinstellungen in direkter Folge aufgenommen. Die Akkus waren voll geladen. Bis zur reflektierenden Absperrung in der Mitte des Wegs sind es ca. 260m.

Das Seitenlicht ist schwer in einem normalen Beamshot darzustellen. Damit man das Profil einschätzen kann, will ich euch aber einen Shot an der weißen Wand in ca. 1m Entfernung zeigen.

Akkus und Aufladung

Die USB-C-Ladeelektronik lädt den 21700-Akku sicher und akkuschonend und schaltet am Ende bei ca. 13 mA sauber ab. Ein so niedriger Strom bei der Erhaltungsladung ist erwähnens- und lobenswert.

Ob der Anstieg des Stroms sowie der leichte Abfall vor der CV-Phase Absicht ist, oder ob z.B. der Ladechip am Limit ist und heiß wird, kann ich nicht sagen – schaden wird es auf keinen Fall. Im schlimmsten Fall dauert das laden ca. 15 Minuten länger als es bei einem üblichen CC-CV-Verfahren dauern würde, im besten Fall ist es genau so gedacht. Letzteres kann sein, manche Chips passen beim Laden den Strom der steigenden Zellspannung an. Eine ähnliche Kurve weisen viele aktuelle Modelle von Sofirn und Wurkkos auf, daher würde ich darauf tippen, dass es eine Eigenart des Chips ist.

Während die Lampe geladen wird, lässt sie sich nutzen, aber im Hauptlicht nicht mit voller Helligkeit. Das Seitenlicht ist ohne Einschränkungen nutzbar.

Schutz gegen Tiefentladung und Verpolen sind ind der Lampe integriert.

Mein Vapcell S4+ hat den Akku der T1 mit 5166mAh gemessen, das passt gut zu den spezifizierten 5000mAh.

Eine Powerbank-Funktion ist nicht integriert.


Zusammenfassung

Die T1 ist eine interessante Lampe – in vielen Punkten. Neue, unbekannte LED, ein Drehschalter, ein zweistufiger E-Switch, welcher etwas empfindlich ist. Das Ganze kombininert mit einem interessanten, etwas eigenem Design, welches mir gut gefällt aber Schmutz durchaus speichern könnte. Die Performance ist sehr gut, der initiale Output beeindruckend, der dauerhafte Temperaturabhängig durchaus gut bis überragend.

Wenig zu meckern, also. Die Bedienung ist gut gelungen, einzig ein Shortcut zu Turbo im Outdoor Mode fehlt mir manchmal. Das kann man aber mit dem Tactical Mode gut kompensieren. Das Seitenlicht nicht nur ein interessantes Konzept, sondern auch real nützlich. Lampe anclippen um den Weg vor den Füßen auszuleuchten kennt man sonst nur von 90°-Lampen. Das funktioniert außen an der Hosentasche, am Rucksackträger oder auch an der Slingbag.

Wie so oft bei Multifunktionslampen kommt es aber letztendlich darauf an, dass die Lampe die Funktionen mitbringt, die für den einzelnen Anwendungszweck nötig sind – die T1 hat auf jeden Fall einige im Gepäck!

Interessiert? Schaut euch die Lampe direkt bei Wurkkos an!

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