Lumintop FWAA

Disclaimer: Lumintop hat mir die Lampe kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf das Review hatte dies keinen Einfluss.


Alle Messungen wurden mit Hobbyequipment durchgeführt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind dementsprechend möglich.


Einleitung

Lumintop hat im TLF nach Testern gesucht. Klar, als Reviewer kann man da nicht nein sagen, also hab ich mich angeboten und Lumintop hat mich erwählt – an dieser Stelle vielen Dank. Den großen Bruder der Lampe, eine FW1A Pro, besitze ich bereits und mag ich sehr, seit eine LHP531 darin werkelt. Die FWAA stellt in Aussicht, auch ohne LED-Tausch gute Lichtqualität zu bringen, im kleinen Format. Das finde ich immer spannend!


Spezifikationen laut Lumintop

Die Lampe gibt es in Aluminium in grau und grün und in Kupfer – laut Packung auch in Titan. Kaufen könnt ihr sie bei Lumintop.eu.


Packungsinhalt und Eindrücke

Die Lampe kommt im unauffälligen, kleinen, braunen Karton. Abgesehen von der Farbe sind keine weiteren Daten aufgedruckt. Enthalten sind ein Lanyard, zwei Ersatz-O-Ringe, eine Anleitung und ein Qualitätszertifikat. Leider ist kein Akku enthalten.

Die FWAA ist eine kleine Lampe im 14500-Format. Der Body ist rotationssymmetrisch zylindrisch und hat eine sehr handschmeichelnde Wespentaille, die auch für den Zigarrengriff taugt.

Im Heck ist ein Schalter eingelassen, Tailstand ist trotzdem problemlos möglich. Der Schalter gibt gutes Feedback, Fehleingaben gab es bei mir keine. Für eine Anduril-Lampe ist das wichtig, denn die Clickfolgen des Betriebssystems will man ja auch sicher treffen. Im Vergleich zur beliebten Wurkkos TS10 hat der Schalter etwas mehr weg und braucht etwas weniger Kraft.

Eine Lademöglichkeit gibt es in der Lampe nicht – mit meinen Akkus mit USB-C-Port hat die Lampe im Turbo kurzen Prozess gemacht und diese gnadenlos überfordert. Ein 8-10A-14500er ist also angeraten. Einlegen kann man den Akkus sowohl durch Abschrauben des Kopfes, als auch der Tailcap.

In der Front sitzen, hinter einer einer kleinen TIR, 3 Nichia 519A. Die Tir ist nicht von Glas bedeckt.

Ein Verpolen des Akkus konnte der Lampe nichts anhaben, Tiefentladeschutz ist vorhanden. Letzteren allerdings kann man überlisten. Aktiviert man bei leerem Akku immer wieder den Turbo, zieht die Lampe den Akku auch unter 2,5V. Das sollte man also vermeiden. Sowohl in der Front als auch im Heck ist der Akku federgelagert. Leider gibt es in der Lampe keine Pads zum updaten der Firmware.

Wie klein die Lampe wirklich ist, kommt erst in der Hand so richtig zur Geltung. Ich finde so kleine Taschenlampen sehr faszinierend, speziell, wenn sie so viel Output wie die FWAA liefern.


Größe

Trustfire L2 pro, Wurkkos TS10SG, Lumintop FWAA, Wurkkos TS10 TiCu, Acebeam TacAA

Ohne Akku bringt die Lampe 34g auf die Waage. Da kein Akku enthalten ist, kann ich diesen natürlich nicht mit angeben – beachtet das ggf. beim Vergleich mit meinen anderen Reviews, da ich das Gewicht normalerweise incl. Akku angebe.

Die Lampe ist 75,5mm lang und incl. Clip maximal 24mm dick. Ohne Clip sind es 20,4mm Druchmesser am Lampenkopf.


Trage- und Befestigungsmöglichkeiten 

Lanyard: Das enthaltene Lanyard ist stabil genug für die Lampe, aber von einfacher Machart. Es kann nur am Clip befestigt werden – und dort ist das Loch dafür Richtung Lampenende. Nicht meine bevorzugte Montageposition für ein Lanyard.

Clip: Der Zweiwegeclip ist nicht deep carry, die Tailcap schaut vollständig heraus. Er hat in beide Richtungen eine gute Spannung und nimmt auch dickere Hosensäume ohne Probleme auf.

Magnet: Ein Magnet ist nicht enthalten.

(Jacken)tasche: Egal ob in der Hosentasche, der Jackentasche oder einer Handtasche, die Lampe ist durch ihre geringe Größe und das minimale Gewicht äußert unauffällig.


UI (Bedienung)

Erklärung 1C, 1H…

1C: kurzer Klick, 2C: Doppelklick, …

1H: Drücken und ohne loslassen gedrückt halten

2H: kurzer Klick, gefolgt 1H

Die Lampe nutzt Anduril 2, wenn auch eine etwas ältere Version. Normalerweise versuche ich immer, das UI in meinen eigenen Worten zusammenzufassen, das ist bei Anduril aber schwierig. Daher verweise ich auf das obige Diagramm.
Die Lampe kommt im Simple UI an, wer den vollen Funktionsumfang möchte, muss sie mit 10H in das Advanced UI umstellen.


Leuchtprofil und Messungen

Alle Messungen wurden in meiner 30cm Ulbrichtkugel durchgeführt. Die Temperatur lag dabei zwischen 20 und 24°C. Außerdem wurde noch ein Opple Light Master III und ein TASi TA636B Luxmeter verwendet. Bitte beachtet, dass es sich um Hobbyequipment handelt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind also möglich!

Output und Lichtbild

Die Lampe hat ein gleichmäßiges Lichtbild, ohne Spot, aber durchaus gerichtet. Das passt für mich sehr gut mit der kleinen Lampe zusammen. Artefakte gibt es keine und wie bei der 519A zu erwarten ist die Lichtqualität gut.

Wie viele kleine Lampen ist die FWAA eher ein Dragster, ein kleiner Hotrod. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die kleine, leichte Lampe wird schnell heiß. Der initiale Output ist (auch abhängig vom Akku) unglaublich, der dauerhafte je nach Einstellung der Temperatur ok, aber dort merkt man deutlich das Format der Lampe. Ohne Masse mit glattem Körper ist es schwer, mehr Output zu halten, daher soll das nicht als Vorwurf an die Lampe verstanden werden, denn auch für Lumintop gilt die Physik.

Ja, richtig, über 2500lm! Klar, mit einem 10A-Akku, klar, die Lampe wird extrem schnell heiß. Aber allein, dass das möglich ist, finde ich äußerst beeindruckend! Die ersten 10 Minuten noch mal „reingezoomed“:

Im Vergleich sieht man recht gut, dass die Lampe vom Maximaloutput deutlich über den Vergleichslampen liegt. Sogar eine Wurkkos TS10 max mit 18650 zieht beim maximal möglichen Output den kürzeren. Beim dauerhaften Output nimmt sich die Lampe nichts zur Wurkkos TS10, die TS10SG liegt etwas höher – das verwundert nicht, der Emitter der SG ist kaltweiß und low CRI, somit deutlich effizienter.

Bitte beachtet, dass der Output der FWAA hauptsächlich durch den Akku limitiert wird. Die Investition in einen Akku mit 8-10A Entladerate lohnt sich hier also, wenn man das maximale herausholen will. Ich habe die Lampe mit einem USB-C-14500 getestet, der mit 4A angegeben ist, dieser schaltet sofort ab. Die Akkus der Wurkkos-Lampen funktionieren, werden allerdings fühlbar warm und sind ziemlich sicher am Limit – die Lampe an sich wird damit langsamer heiß und man büßt Output ein.

Das niedrigste Level hat eine Anduril-untypisch hohe Standardeinstellung. Es steht bei 20 von 150 und ist deutlich heller als z.B. das der TS10. Das lässt sich aber tiefer stellen. Ganz erreicht man das äußerst niedrige Level der TS10 nicht, aber es sollte mehr als ausreichen, um sich nicht zu blenden.

Auf einen Meter habe ich 4290lx und somit eine Reichweite von 131m gemessen.

CCT, CRI, DUV, PWM

Die 4000K-LEDs sind erwähnenswert. High CRI, neutral bis minimal rosy, kein großer CCT-Shift von low bis high – da dürfen sich andere ein Stück von abschneiden!

LowTurbo
CCT37353857
CRI9798
DUV0,000-0,003
Alle Daten zu den Messungen findet ihr hier

Flicker ist über die komplette Helligkeit im grünen Bereich.

In der niedrigsten Stufe ist PWM mit der Kamera deutlich zu sehen, mit bloßem Auge konnte ich es aber nicht wahrnehmen. Sobald man die Helligkeit etwas erhöht, verschwindet das deutliche PWM recht schnell. Ich vermute, dass daran auch das vergleichsweise hohe Minimum für eine Anduril-Lampe liegt – würde man noch niedriger gehen, so wäre das PWM auch mit dem Auge wahrnehmbar.

Beamshots

Als Vergleich dürfen alle Lampen aus dem Vergleichsbild mitspielen. Alle sind 14500-Lampen, aber die Acebeam und die Trustfire sind nur bedingt vergleichbar. Beide sind deutlich größer und beide sind deutlich spotlastiger als die drei kleinen Lampen. Zusätzlich habe ich noch eine Wurkkos TS10 max in den Vergleich mit aufgenommen. Die FWAA spielt nämlich durchaus in dieser Liga, obwohl die TS10 max mit einem 18650 befeuert wird.

Es gibt dieses mal zwei Serien Beamshots. Einmal meinen Keller, damit ihr euch ein Bild vom Beam und der Helligkeit machen könnt. Alle Lampen wirklich gut abzubilden ist bei so einem Mix aus flutigen und throwigen Lampen immer schwierig, aber ich habe mein bestes gegeben. Wie immer sind alle Einstellungen zwischen den Bildern gleich.

Damit ihr auch den Nahbereich und die Farbwiedergabe einschätzen könnt, gibt es die zweite Serie. Aufgenommen aus 1m Entfernung, auch hier natürlich mit gleichen Einstellungen und in direkter Folge aufgenommen.


Zusammenfassung

Wer kleine Hotrods mag, ist bei der Lampe genau richtig. Hell, heiß, das war mein erster Eindruck. Nach einer ganzen Zeit des Testens muss ich aber sagen, dass sich die Lampe immer wieder in meine Hosentasche verirrt. Klar, die Größe, vor allem der geringe Durchmesser sind da von Vorteil, aber auch der Clip spielt eine Rolle. Der ist, auch wenn ein Stück Lampe herausschaut und er ein bei mir eigentlich unbeliebter Zweiwegeclip ist, ziemlich gut.

Die dauerhafte Leistung reicht locker für kleine Alltagsaufgaben, kurzfristig kann die Lampe auch richtig hell! Kombiniert man das mit dem tollen Schalter, erhält man eine schicke kleine Lampe, die von Anzug bis Cargohose ein unauffälliger, aber nützlicher Begleiter ist.

Nur für Anduril-Puristen ist die Lampe eher nichts – es gibt keine Pads zum upgraden der Firmware auf dem Treiber und die genutzte Version ist nicht die aller neueste. Mich stört das nicht, alle für mich wichtigen Funktionen sind enthalten, etwas schade ist es aber schon.

Es ist schön, dass Lumintop die Lampe wiederbelebt hat. Nachdem es die TS10 ja nicht mehr gibt, gibt es jetzt wieder einen kleinen, heißen Taschenfluter.

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