Sofirn SD11

Disclaimer: Sofirn hat mir die Lampe kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf das Review hatte dies keinen Einfluss.


Alle Messungen wurden mit Hobbyequipment durchgeführt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind dementsprechend möglich.


Einleitung

Eigentlich wollte ich die Lampe gar nicht reviewen, aber Sofirn hat mich überzeugt, es doch zu tun. Ich bin kein Taucher, daher kann ich nichts zur spezifischen Taucheignung sagen. Die vergleichsweise hellen niedrigsten Leuchtstufen fand ich vorab schon nur bedingt gut für eine „normale“ Lampe, ob der Rest der Lampe diesen Malus wieder wett machen kann, da lasse ich mich überraschen.


Spezifikationen laut Sofirn

Die SD11 gibt es nur in der einen, schwarzen Version. Kaufen könnt ihr sie direkt bei Sofirn.


Packungsinhalt und Eindrücke

Die Lampe kommt in der typischen, weißen Sofirn-Box. Darauf ist ein Bild der Lampe, sowie alle wichtigen Daten. Enthalten sind neben der Lampe (mit bereits eingelegtem Akku) ein (zum Tauchen ausgelegtes) Lanyard, Ersatz-O-Ringe, ein kurzes USB-C-C-Kabel und eine Anleitung.

Mein erster Eindruck der Lampe war irgendwo zwischen „ganz schöner Brummer“ und „liegt erstaunlich gut in der Hand“. Klar, klein und leicht ist die Lampe nicht, das war bei der Akkugröße abzusehen. Durch das im Vergleich zu 21700-Lampen dickere Akkurohr liegt die Lampe auch wirklich angenehm in der Hand, der Gewichtseindruck ist (an Land) allerdings relativ hoch.

Das hat dann aber auch wieder zur Folge, dass die Lampe wirklich hochwertig wirkt. Dazu kommt noch, dass die Anodisierung schön gemacht und seidenmatt glänzend ist, alle Spaltmaße gleichmäßig sind und die Lampe einwandfrei verarbeitet ist. Die Beschriftungen sind scharf und gut als Akzent eingesetzt.

Der Schalter ist ein Drehschalter mit integriertem Knopf. Er rastet sauber in allen Positionen ein und hat einen guten Druckpunkt. In der Mitte sitzt eine LED, die während des Betriebs dauerhaft den Ladezustand des Akkus anzeigt.

An der Front findet sich eine TIR, hinter der sich einige TN3535-LEDs verbergen. In der Mitte sitzt eine rote, darum kreisförmig verteilt 6 weitere – immer im Wechsel warmweiß und kaltweiß. Wenn ich es richtig sehe, sitzt vor der TIR noch eine vergütete Glasscheibe.

Dass sich außen an der Lampe kein USB-Port befindet, ist bei einer Tauchlampe wahrscheinlich verständlich. Diesen abzudichten wäre ein Albtraum. Um so schöner, dass der 26800-Akku mit einem integriertem Ladeport versehen ist. Das erspart ein zusätzliches Ladegerät und die Wasserdichtigkeit wird nicht beeinflusst.

Gegenüber des Schalters sitzt ein Stativgewinde. Die Kontaktfläche ist schön flach, rundherum ist Platz, die Montage sollte also problemlos möglich sein.

Der Lampe und dem Akku passiert nichts, wenn man den Akku falsch herum einsetzt, ein Verpolschutz ist vorhanden. Ebenso ist ein Schutz gegen Tiefentladung vorhanden, ob in Lampe oder Akku integriert kann ich nicht mit Sicherheit sagen – solltet Ihr die Lampe mit einem anderen Akku nutzen, bitte ggf. noch mal verifizieren.


Größe

Die Lampe bringt 344g incl. Batterie auf die Waage. Am Kopf sind es 50,5mm Durchmesser, an der Tailcap 34mm.ohne Lanyard-Öse ist die Lampe 152mm lang, mit 157,5mm.


Trage- und Befestigungsmöglichkeiten 

Lanyard: Das Lanyard ist mit einer Platikhülle verstärkt, lang und robust. Es ist zum Tauchen ausgelegt, funktioniert aber insgesamt super! Die Öse ist äußerst robust und das Lanyard lässt sich super einfädeln.

Clip: Ein Clip ist nicht enthalten.

Magnet: Ein Magnet ist in der Lampe nicht integriert.

(Jacken)tasche: Die Lampe ist vergleichsweise dick und schwer, auch wenn der Kopf nicht übermäßig groß ist. Hosentaschengeeignet ist sie nicht, in einer größeren Jackentasche aber kein Problem.


UI (Bedienung)

Erklärung 1C, 1H…

1C: kurzer Klick, 2C: Doppelklick, …

1H: Drücken und ohne loslassen gedrückt halten

2H: kurzer Klick, gefolgt 1H

Die Bedienung ist simpel – Die Lichtquelle (kaltweiß, warmweiß, rot) wird mit dem Drehschalter aktiviert. Beim Drehen des Schalters wird die Lampe auch gleich eingeschalten. Der Druckknopf schaltet dann die Stufen durch (low – medium – high – Turbo, nur rot ohne Turbo). Ein Doppelklick aktiviert neutralweißen Turbo – das heißt alle LEDs außer rot.

Beim Tauchen ist das mit Sicherheit ein Vorteil, denn die Bedienung ist simpel und ziemlich paniksicher. Im Alltag wäre mir eine Vorauswahl der Lichtquelle mit dem Schalter und ein Einschalten über den Druckknopf lieber – ich verstehe aber, dass Sofirn bei einer Tauchlampe an die Taucher gedacht hat und die Bedienung entsprechend ausgelegt hat. Nach kurzer Eingewöhnung funktioniert die Bedienung aber auch für jemanden, der deutlich andere UIs gewöhnt ist, völlig problemlos.


Leuchtprofil und Messungen

Alle Messungen wurden in meiner 30cm Ulbrichtkugel durchgeführt. Die Temperatur lag dabei zwischen 20 und 24°C. Außerdem wurde noch ein Opple Light Master III und ein TASi TA636B Luxmeter verwendet. Bitte beachtet, dass es sich um Hobbyequipment handelt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind also möglich!

Output und Lichtbild

Das Lichtbild der Lampe ist sauber und weitgehend flutig. Gerade die Kombination aus warm und kalt gefällt mir sehr gut, ich würde mir wünschen, dass diese nicht nur im Turbo aktivierbar ist! Die Performance ist gut, bleibt aber in meinen Messungen leicht hinter den Werksangaben zurück. Zuerst mal eine Übersicht über alle Laufzeiten.

Im folgenden Bild seht ihr alle Turbos, incl. der gekühlten Lauf des neutralen Turbos mit allen LEDs. Eingeblendet die ersten 10 Minuten, da dort alles entscheidende zu sehen ist.

Im folgenden möchte ich euch noch den Vergleich zwischen ventilatorgekühlter und ungekühlter Lampe zeigen, bei maximalem Output. Die Temperaturregelung funktioniert eindeutig, ich kann mir also vorstellen, dass die Angaben zu den Laufzeiten unter Wasser durchaus stimmen – dort ist die Kühlung deutlich besser. Leider ist es mir nicht gelungen, ein Lösung für ein Laufzeitdiagramm unter Wasser zu finden.

Auch für den roten Modus gibt es ein Diagramm, allerdings ohne Lumenangaben, die kann ich bei rot nicht messen.

Im Großen und Ganzen kommt das den Spezifikationen recht nahe. Die Stepdowns verlängern die Laufzeit, das Auge gewöhnt sich so schnell daran, dass das nicht weiter stört – und wenn doch, kann man ja wieder hochschalten.

ModusOutput max (Werksangabe)Output 30sLaufzeit (Werksangabe)Reichweite
( Werksangabe)
warm low24024011h 9min (11h)88m (64m)
warm med5805804h 35min (4,5h)135m (99m)
warm high9709702h 59min (5min + 3h)163m (130m)
warm turbo176017402h 30min (1min + 3min + 2,75h)220m (176m)
cool low36036011h 40min (11,2h)98m (71m)
cool med7657655h 44min (5,25h)128m (100m)
cool high145014503h 6min (5min + 3h)168m (143m)
cool turbo303029902h 18min (2min + 2,2h)244m (203m)
neutral turbo~3900~2900gekühlt 2h 18min / ungekühlt 2h 24min
(1min + 3min + 2,1h)
305m (244m)
red (highest)4h 38min (4,5h)71m(68m)

CCT, CRI, DUV, PWM

Low warmTurbo warmLow coolTurbo coolTurbo neutral
CCT2760K2800K6100K66504200
CRI9796727485
DUV0,0020,0040,0030,000-0,004
Ausführliche Daten zu den Messungen gibt es hier.

Flicker ist im grünen Bereich, alle Modes sehen sehr ähnlich aus, daher nur ein Screenshot exemplarisch. PWM ist entsprechend weder mit dem bloßen Auge noch mit der Kamera zu erkennen.

Beamshots

Vergleichen kann ich die Lampe nicht wirklich, ich habe nichts ähnliches. Die Form des Beams und die Lichtfarben will ich euch aber trotzdem zeigen. Alle drei Turbos, warm, neutral, kalt. Alle Kameraeinstellungen gleich und alle Bilder direkt hintereinander bei vollem Akku aufgenommen.

Akkus und Aufladung

Die Ladekurve ist unauffällig. Der Akku wird im typischen CC-CV-Verfahren geladen, unter 2,5h sind für einen 7000mAh-Akku mit integrierter Ladefunktion recht gut, 3A entspricht knapp unter 0,5C, ist also auch hinreichend schonend.


Zusammenfassung

Ich will ehrlich sein, meine Lieblingslampe wird die SD11 nicht. Das ist allerdings für eine Tauchlampe bei einem Nichttaucher auch nicht so verwunderlich. Allerdings wird die Lampe trotzdem einen festen Platz bekommen – in der Bootstasche meines Kajaks. Denn dort spielen Robustheit und Wasserdichtigkeit eine übergeordnete Rolle. Die Bedienung ist für diesen Einsatzzweck, ebenso wie fürs Tauchen, durchaus passend.

Die SD11 ist prinzipiell einfach zu bedienen, man kann sie nahezu jeder Person in die Hand drücken und es wird keine Probleme geben. Wer andere Lampen gewohnt ist, der sollte sich allerdings darauf einstellen, dass es ein paar Versuche braucht, bis man an die Bedienung gewohnt ist.

Wo sehe ich die Lampe denn jetzt? Bei allem, wo man mehr als wenig Licht braucht. Tauchen, klar, aber auch (nasse) Höhlen, Lost Places oder wie bei mir auf einem Boot. Dort kann die Lampe ihre absolut vorhandenen Stärken ausspielen.

Für die urbane Hunderunde war sie mir leider schon ein wenig zu hell, im Urlaub „im Grünen“ hat sie durchaus auch gut funktioniert. Wenn euch ~300 Lumen nicht zu hell sind und ihr eine robuste, wasserdichte Lampe sucht, dann kann ich der Lampe eine Empfehlung geben.

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