Disclaimer: Godyga hat mir die Lampe kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf das Review hatte dies keinen Einfluss.
Alle Messungen wurden mit Hobbyequipment durchgeführt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind dementsprechend möglich.
Einleitung
Godyga hatte selbst über die Lampe im BLF gepostet. Nachdem ich sehr wenig über die Lampe finden konnte, habe ich den Kontakt zu Godyga gesucht und wir waren uns schnell einig, dass dieses Review entstehen wird. Clipleuchten habe ich einige, es gab ja auch schon mehrere Reviews zu eben solchen – aber die Torcheye ist doch etwas anders!
Spezifikationen laut Godyga

Es gibt eine Version mit Laser, eine Version ohne Laser und jetzt neu auch noch eine Version mit Wasserwaage.
Die Lampe findet ihr bei Amazon oder GODYGA.
Packungsinhalt und Eindrücke


Die Lampe kommt in einer hochwertigen, zweiteiligen Schachtel. Darin liegt die Lampe, ein kurzes USB-C-C-Kabel (mit Gummi zum geordneten Aufwickeln) und eine ungewöhnlich dicke Anleitung. All das ist sauber in einzelnen Schachteln verpackt.
Anleitung
Die Anleitung umfasst mehrere Versionen der Lampe. Hat man einmal herausgefunden, welche Funktionen in der vorliegenden Version enthalten sind, ist alles gut beschrieben.
Der erste Blick auf die Lampe ist überraschend. Klar, es ist eine Cliplampe, auf der Rückseite ist ein Clip, auf der Vorderseite LEDs, die etwas von Eulenaugen haben – aber die rücken trotzdem ein wenig in den Hintergrund, denn ein schön seidenmatt grüner Ring fällt ins Auge. Dieser ist, wie die LEDs noch mal in Silber gefasst. Das ist optisch auffällig und schön gestaltet und vermittelt einen wertigen Eindruck. Für sich genommen, würde der Ring durchaus auch zu einer schickeren Uhr passen.




Drückt man auf die Fläche in der Mitte des Kreises, erwacht ein Display an dieser Stelle. Auf diesem kleinen, aber erstaunlich hochauflösenden Display finden sich eine Menge Informationen. Immer rechts finden sich prozentgenaue Angaben zum Akku – in Verbindung mit Anzeige der Restlaufzeit oder -Ladezeit ist man immer perfekt über den Stand der Energieversorgung informiert. Während des Ladens lässt sich die Lampe übrigens vollständig nutzen.


Auch die Helligkeit wird grafisch dargestellt, sowie der ausgewählte Modus. Mehr zu den Anzeigen des Displays später auch im Kapitel UI.
Jetzt kann ich aber schon mal sagen, dass die Anzeige toll gelöst ist. Alle wichtigen Daten sind sofort ersichtlich, wie schon erwähnt Akkustand und Leuchtstufe, aber auch Lichtquelle, Referenzpunkt für Entfernungsmessungen und sogar ein Einstellungsmenü gibt es!
Der eben schon angesprochene Ring ist übrigens nicht nur Zierde, sondern steuert, gemeinsam mit dem Display als Button, die Lampe. Er lässt sich butterweich drehen und hat gut gemachte Rastpunkte, die das erreichen der Eingabe signalisieren.

Die LEDs sind sauber in den kleinen, glatten Reflektoren zentriert – ein Angabe, um welche LEDs es sich handelt, gibt es nicht.

Von vorne gesehen auf der rechten Seite findet sich ein USB-C-Anschluss. Vor dieser findet sich eine Schiebetür. Diese sollte das Eindringen von größeren Partikeln effektiv verhindern und die Bedienung ist einwandfrei. Das Ganze sieht wertig aus und fühlt sich auch so an.

An der Oberseite der Lampe befinden sich der Laser und die Spezialität der Lampe – ein Entfernungsmesser. Nicht gerade typisch für eine Lampe, aber bei einer Firma, deren Name sich aus GO (Going forward), DY (Dynamic) und GA (Gadgets & Gears) zusammensetzt, auch nicht verwunderlich.

Die Messungen laufen einfach ab. Messung starten und mit kurzer Verzögerung erscheint auf dem Display die Entfernung zum Punkt, auf dem der Laser ruht. Bewegt man die Lampe, aktualisiert sich laufend auch das Display. Ein Knopfdruck und der Wert wird gespeichert. Indoor funktioniert das sehr zuverlässig. GODYGA äußert sich nicht explizit zur Verwendung draußen. Dort funktioniert die Messung zwar auch, aber nur bei relativ freiem Feld und einer ausreichend großen Zielfläche. Ein Transporter über eine Straße ist auch bei 15m kein Problem, ein dünnerer Pfosten zwischen zwei Bäumen kann auch schon bei 3m problematisch sein. Fazit: Drinnen super, draußen nutzbar, aber nicht optimal.
Es gibt sogar eine Möglichkeit, eine Kalibrierung vorzunehmen / einen Offset einzustellen. Die Torcheye ist also nicht nur eine hübsche Cliplampe, sondern auf ein ernstzunehmendes Messwerkzeug. Dazu gehört natürlich auch, dass man den Referenzpunkt zwischen hinterem und vorderem Lampenende einstellen kann.
Einen kleinen Nachteil möchte ich nicht verschweigen. Es passiert relativ leicht, dass man die Lampe mit Blick auf das Display einschaltet (oder die Lichtquelle wechselt). Durch die Anordnung der LEDs leuchtet man sich dann gerne mal in die Augen. Die Bedienung unterscheidet sich ja eigentlich nicht von anderen Cliplampen, allerdings ist das Display natürlich ein Blickfang – bei anderen Cliplampen gibt es nicht viel Grund, auf die Vorderseite zu schauen.
Ein letztes kleines, aber beeindruckendes Detail noch: Die Lampe hat haptisches Feedback in Form eines Vibrationsmotors. Bei jedem Drehen des Rades und bei jeder erfolgreichen Eingabe gibt es ein kurzes vibrieren. Das macht die Bedienung sehr angenehm und ist richtig gut eingebunden!
Größe

Auf die Waage bringt die Lampe gerade einmal 57g, bei einer Größe von LxBxH 59,2mmx26,1mmx27,5mm.
Trage- und Befestigungsmöglichkeiten
Lanyard: Es ist kein Lanyard enthalten, aber es gibt am Clip ein Loch, um eines zu befestigen.
Clip: Der Clip ist Teil der Lampe. Um ihn zu öffnen, drückt man auf den unteren Teil des Körpers, so dass weder Bildschirm noch die LEDs im Weg sind. Dadurch wird die Lampe Kopfstehen, wenn sie in normaler Position geclippt wird. Der Clip ist auf beiden Seiten gummiert und hat eine gute Spannkraft. Eine Gefahr, die Lampe zu verlieren, sehe ich nicht. Die Öffnung ist groß genug für jeden Saum, welcher durch die gut gemachte Gummierung dann auch schonend, aber fest gehalten wird.


Magnet: Im öffnenden Teil des Clips ist auch ein Magnet integriert. Diese hält die Lampe sicher, selbst auf glatten, unebenen oder rundlichen Flächen ist die Lampe nie gerutscht
(Jacken)tasche: In der Hosentasche finde ich Cliplampen nie so richtig gut aufgehoben. Etwas zu dick, der Clip geht nicht tief genug – das ist aber kein Problem der Torcheye, sondern von Cliplampen generell. In der Jackentasche, oder auch einer Innentasche angeclippt, sieht die Welt aber schon wieder ganz anders aus. Hier kann der Clip seine Stärken voll ausspielen. Auch in einer Cargotasche oder an einer Slingbag / einem Rucksack wird sich die Lampe sicher wohlfühlen.
UI (Bedienung)

Wo soll ich anfangen… Das UI ist unglaublich umfangreich und ein Blick in die Anleitung kann keinesfalls schaden. Dabei ist das meiste trotzdem so gehalten, dass es weitestgehend intuitiv ist. Trotzdem braucht die Lampe etwas mehr Einarbeitung, da sie sich in manchen punkten doch sehr von „normalen“ Lampen unterscheidet.
Über den Ring lässt sich der Modus auswählen – weiß, rot, Laser / Entfernungsmesser oder Einstellungen – und wenn aktiviert, der Golfmodus, den werde ich aber hier nicht weiter berücksichtigen.
Im weißen Modus könnte man das UI fast schon standard nennen:
| 1C | an / aus | an auf zuletzt genutzter Stufe |
| 2C | Turbo | |
| 1H | Lampe an: Leuchtstufe wechseln | Lampe aus: niedrigste Stufe |
| 3C | Lampe an: Beacon | Lampe aus: Strobe |

Auf dem Display sieht man das blaue Scheinwerfer-Symbol für weiß, die Restlaufzeit, den Akkustand und ganz unten am Rand die Leuchtstufe.
Beim Rotlicht ist es ähnlich:
| 1C | an / aus | an auf zuletzt genutzter Stufe |
| 2C | Turbo | |
| 1H | Lampe an: Beacon | Lampe aus: niedrigste Leuchtstufe |

Bei rot entspricht die Darstellung auf dem Display der bei weiß – natürlich bis auf den roten Scheinwerfer.
Der Laser / Distanzmesser funktioniert logischerweise etwas anders:
- 1C um den Laser ein / auszuschalten.
- 1H um die Messung zu starten.
- bei laufender Messung 1C um den Messwert zu halten
- noch mal 1C um die Messung zu beenden, dann läuft wieder nur der Laser. Oder mit 1H eine neue Messung starten.
- lauft keine Messung, aber der Laser, 1C zum ausschalten.

Auf dem Bild wird die laufende Messung gezeigt. Unten auf dem Display der Refernzpunkt an der Lampe, in der Mitte die gemessene Entfernung und rechts weiterhin der Akkustand.
Ausschalten ist bei der Lampe auch ungewohnt. Denn Ausschalten heißt, die Lichtquelle wird ausgeschalten, das Display bleibt erst mal an. Es geht dann erst nach kurzer Zeitverzögerung aus.
Das Einstellungsmenü ist ziemlich selbsterklärend, daher werde ich es hier nicht näher erläutern.
Leuchtprofil und Messungen
Alle Messungen wurden in meiner 30cm Ulbrichtkugel durchgeführt. Die Temperatur lag dank Hitzewelle bei ca. 29°. Außerdem wurde noch ein Opple Light Master III und ein TASi TA636B Luxmeter verwendet. Bitte beachtet, dass es sich um Hobbyequipment handelt, Ungenauigkeiten und Abweichungen sind also möglich!
Output und Lichtbild
Für ein Messwerkzeug leuchtet die Lampe erstaunlich gut. Der Spot ist groß, der Beam frei von Artefakten – allerdings gibt es einen Tint-Shift von Spot zu Spill. Der Spill ist kälter, leicht lila-bläulich. Rot ist etwas unruhiger und hat ein leichtes Donuthole, ist aber abseits der weißen Wand gut nutzbar.
Der Laser ist sichtbar gepulst, hat aber einen sauberen Punkt und ist für die angegebenen Messdistanzen mehr als kräftig genug.
Die Lampe verfehlt die angegebenen 650lm (laut Bedienungsanleitung) in meiner Messung. Die auf der Homepage angegebenen 500lm erreicht sie aber problemlos. Die Modes liegen aber insgesamt etwas anders, als es in der Anleitung dargestellt wird.



| moon | low | mid | high | turbo (30s) | |
| Werksangaben | 1 | 10lm für 2h30min | 100 für 1h25min | 360 für 1/65/13min | 650 für 1/30/10min |
| gemessener output (lm) | 7 | 102 | 153 | 300 | 528 (513) |
Low und mid sind recht nach beieinander. Den Unterschied sieht man natürlich trotzdem, der geringe Lauzeitunterschied zwischen low und mid ist damit aber auch erklärt. Wären die Stufen wie angegeben, wäre die Abstufung super – ob das allgemein so ist oder nur bei meinem Exemplar, weiß ich nicht. Bei den Modes, die mit den Angaben übereinstimmen, passen auch die Laufzeiten – bei den anderen passen die Laufzeiten zum Output.

Abgesehen davon, dass die Angaben nicht mit den Messungen übereinstimmen, kann man der Lampe keine schlechte Performance vorwerfen. Sowohl Output als auch Sustain sind nicht schlecht und können sich durchaus mit anderen Cliplampen messen. Wie man oben sieht, hält keine andere aus dem Vergleich einen höheren Output dauerhaft!
Auf einen Meter habe ich 1566cd gemessen, was einer Reichweite von 79m entspricht.
Auch vom roten High-Modus gibt es ein Diagramm. Ich habe kein Möglichkeit, den roten Output zu messen, allerdings kann sich die Lampe gut mit der Oclip Pro von Olight messen. Schlecht ist der Output für die Größe keinesfalls!

CCT, CRI, DUV, PWM
| Low | Turbo | |
| CCT | 6450 | 6250 |
| CRI | 69 | 71 |
| DUV | 0,007 | 0,002 |
Flicker ist im grünen Bereich. Hier aufklappen für alle Screenshots des Opple LMIII.








PWM konnte ich weder mit dem Auge noch mit der Kamera erkennen.
Beamshots
Alle Beamshots wurden mit gleichen Einstellungen vorgenommen, bis auf den Weißabgleich. Der war leider dieses mal auf Automatik. Die Lampen waren je in ca. 1m Entfernung zur Wand.












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Akkus und Aufladung

Die Ladekurve sieht einwandfrei aus. Sowohl CC- als auch CV-Phase sind sauber ausgeführt, lediglich der Strom nach Terminierung könnte etwas niedriger sein. 0,1A sind relativ hoch. Wer also Strom sparen möchte, sollte das voll geladene Gerät nicht dauerhaft am Ladegerät hängen lassen – auch wenn der Verbrauch im Vergleich zu einem normalen Haushaltsverbrauch nicht ins Gewicht fallen wird. Mit der Ladezeit von gut zwei Stunden wird der kleine Akku schonend geladen und so ist hoffentlich beim nicht austauschbaren Akku für eine lange Lebensdauer gesorgt.
Zusammenfassung
Die Torcheye ist eine Lampe, bei der die Lampenfunktion gut funktioniert, trotzdem aber eher eine Nebenrolle spielt. Ihr wird schlicht die Show gestohlen – optisch von dem schönen Display, funktionell vom toll funktionierenden Entfernungsmesser. Also keine typische Cliplampe, sondern eine funktionierende Kombination aus Lampe und Messwerkzeug.
Wie viele Geräte mit großem Funktionsumfang in kleinem Gehäuse geht die Lampe Kompromisse ein – vor allem, dass es passieren kann , dass die Lichtquellen aufs Gesicht gerichtet sind und direkt angehen, wenn man aufs Display guckt, um sie auszuwählen. Abgesehen davon leistet sich die Lampe keine wirklichen Schwächen. Klar, die Leuchtstufen stimmen nicht mit den Werksangaben überein, aber dafür sind die Laufzeiten gut und der dauerhafte Output spricht für sich.
Noch dazu ist die Lampe schick und der Ring mit seinen sanften Rastpunkten ein tolles Fidgettoy. Egal ob Baustelle, Büro oder Haushaltshelfer, die Lampe wird an vielen Stellen einen guten Dienst verrichten und ich kann sie durchaus weiterempfehlen.
Soweit ich weiß ist gerade noch eine Version mit Wasserwaage erschienen, das kann in Kombination mit dem Laserentfernungsmesser natürlich noch mal nützlicher sein.

