Disclaimer: Banggood hat mir die Lampe kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf das Review hatte dies keinen Einfluss.
Alle Messungen wurden mit Hobbyequipment durchgeführt und können dementsprechend Fehler oder Abweichungen enthalten.
Einleitung
Als mir Banggood die Lampe für ein Review zur Auswahl gestellt hat, war ich doch recht neugierig, was mich da erwartet. Eigentlich genau mein Geschmack, aber kann die Lampe auch halten, was sie verspricht? Die Hoffnungen waren groß!
Spezifikationen laut Lumintop / Banggood
Alle Details zur Lampe findet ihr hier:
https://www.banggood.com/custlink/v3vo3pZnPZ (kein Affiliate-Link)

Packungsinhalt und Eindrücke
Die Lampe kommt in einer ziemlich kleinen, einfachen, weißen Schachtel mit einem türkisen Akzent. Das gute Stück selbst ruht in einem weißen Plastiktray, darunter finden sich noch ein Lanyard, ein USB-A-C-Kabel und eine mehrsprachige Anleitung.


Hat man die Moonbox aus der Packung befreit, weiß man auch schon, warum sie Box im Namen hat. Die Lampe ist ein Quader. Eine… Box. Keine Rundungen, aber auch keine scharfen Kanten, die sind alle sauber angeschrägt. Die Lampe liegt trotz der ungewohnten Form super in der Hand.

Mein Exemplar ist scharz, die Anodisierung ist einwandfrei und seidenmatt mit gutem Griff. Durch die vielen Vertiefungen ist die Lampe insgesamt nicht nur ziemlich griffig, sondern sieht auch noch sehr wertig aus. Die Knöpfe haben einen guten Druckpunkt, der Schieber rastet sauber in jede Position ein und geht schwer genug, um sich nicht versehentlich zu verstellen. Lumintop hat definitiv Wert auf ein schickes Äußeres gelegt.
Dazu passen die sauberen Laserbeschriftungen, der schön verschraubte Bezel und das super eingepasste Display und Seitenlicht.

Aber zwei Kleinigkeiten muss ich trotzdem erwähnen:
Die Knöpfe haben etwas seitliches Spiel und sind daher gerne mal nicht parallel zu den Gehäusekanten und bei meinem Exemplar ist ein Klebstoffrest unter dem Seitenlicht zu finden, allerdings nur in relativ spitzem Winkel wirklich sichtbar.

Schaut man auf das vordere Ende der Lampe, sieht man ein violett vergütetes Glas. Darunter ist so einiges los. Es findet sich das Hauptlicht, ein UV-Licht, ein grüner Laser und weil ein Laser nicht genug ist, auch noch ein roter Laser.

An einer der breiten Seiten gibt es dann noch das RGB-Licht, auf der anderen befindet sich ein eingeschraubter Deckel.
Natürlich gibt es auch einen USB-C-Port – ohne Abdeckung. Stört mich nicht, funktioniert ja bei Handys auch. Beim Akku handelt es sich laut Lumintop um einen 1500mAh LiPo.
Während des Ladens wird der Ladezustand schön mit dem Seitenlicht animiert dargestellt.
Viel los also bei der kleinen Lampe!
Größe

Olight Arkpro, Trustfire X3 Mini, Lumintop Moonbox 3.0, Sofirn IF24 Pro, Wurkkos FC11C
Meine Waage hat bei der Lampe schlanke 107g angezeigt.
Die Abmessungen sind laut meinem Messschieber 11×1,62×3,1 cm
Trage- und Befestigungsmöglichkeiten
Lanyard: Ein einfaches Lanyard ist enthalten. Neben dem Display gibt es eine große Lanyard-Öse.
Clip: Die Lampe kommt ohne Clip und es gibt auch keine Möglichkeit, einen zu befestigen. Einerseits schade, andererseits ist die Lampe so schmal, dass sie auch so in der Tasche getragen werden kann. Optisch ist es so cleaner, einen schönen Clip zu realisieren halte ich für eher schwierig. Trotzdem wäre es für das Tragen in der Hosentasche schon auch praktisch.
Magnet: Am Lampenende befindet sich ein kräftiger Magnet.


(Jacken)tasche: In der Tasche ist die Lampe durch ihre schmale Silhouette und die abgeschrägten Kanten absolut unauffällig – sowohl in der Hosen-, als auch in der Jackentasche.
UI (Bedienung)

Das UI ist erfreulich simpel und weitestgehend intuitiv:
Ist der Schiebeschalter Richtung Magnet gestellt, so ist die Lampe gesperrt. Ein Druck auf den Schalter, der näher am Schiebeschalter ist, lässt nur das Display kurz angehen, drücken und halten des andern Knopfes (näher an der Front) schaltet Momentary Eco ein.
– In der mittleren Stellung des Schiebeschalters aktiviert der Schalter, der näher an der Front ist, das seitliche Weißlicht. Von dort aus geht es mit dem hinteren Schalter in den RGB-Modus.
– Ein Klick auf den vorderen Schalter schaltet die Lampe aus, gedrückt halten ändert, je nach Modus, Farbe oder Geschwindigkeit.
– Ein Klick auf den hinteren Schalter wechselt zum nächsten Modus.
– In jedem Zustand bringt ein Tripleklick auf den hinteren Button Police-Strobe.
– Und dann gibt es da noch den Timer:
Doppelklick auf den vorderen Schalter von aus. Gedrückt halten um die Zeit einzustellen (30, 60, 120, 180, 300 und 600 Sekunden sind verfügbar). Ein Klick auf den hinteren Knopf springt zurück auf 30S, ein Klick auf den vorderen startet den Timer.
Das Seitenlicht zählt dann schön runter, ebenso das Display. Am Ende des Timers blinkt die Lampe rot.
Ist der Schiebeschalter Richtung Lampenkopf gestellt, steuert der vordere Schalter das weiße Licht mit einem “Standard-UI”:
– Klick für Ein- und Ausschalten (mit Memory)
– Gedrückt halten von aus für Eco
– Gedrückt halten von Ein für Moduswechsel (E-L-M-H-E-…)
– Doppelklick von aus oder ein für Turbo
– Tripleklick für Strobe (jeder weitere Trippleklick wechselt durch Srobe – SOS – Beacon – Strobe -…)
Der hintere Schalter steuert die Laser und UV.
– Von aus: Klick für grünen Laser, Doppelklick für roten Laser, gedrückt halten für UV. Tripleklick für Policestrobe
– Von ein: Klick für aus, Doppelklick wechselt zwischen den Lasern, gedrückt halten wechselt zu UV. Tripleklick aktiviert Police Strobe.
Vieles lässt sich kombinieren. Police Strobe lässt sich unabhängig von allem anderen einschalten, aber nicht mehr ausschalten, das geht nur über Klick auf den hinteren Schalter und der schaltet dann auch Laser / UV aus.
Weiß lässt sich mit je einem der beiden Laser kombinieren, die Farbe des Lasers lässt sich umschalten und beides vollständig unabhängig steuern.
UV lässt sich nur mit Police Strobe kombinieren.
Klingt alles vielleicht etwas kompliziert, aber ich habe, bis auf den Timer, alle Funktionen ohne Anleitung beim ersten rumspielen herausgefunden, ist also durchaus intuitiv.
Leuchtprofil und Messungen
Muss man bei einer Lampe, die so viel vereint, bei der Performance Abstriche machen?
Ein klares: Es kommt drauf an. Wer eine perfekte Regelung oder hohe Dauerleistung erwartet hat, der wird wahrscheinlich enttäuscht. Bedenkt man aber, dass es sich um eine kleine, relativ leichte Lampe mit vielen Funktionen handelt, so wird schnell klar, dass irgendwo das Limit erreicht sein muss.
Nicht so beim Leuchtbild, denn das ist, zumindest für Weiß, gut. Der Spill wird viereckig abgeschnitten, das hat mich aber nie gestört. Ansonsten gibt es einen großen Spot, der etwas wärmer ist als der umgebende Spill. Der Übergang ist weich, Artefakte gibt es fast keine. Wenn man es genau nimmt, gibt es einen angedeuteten Ring im Spill, den sieht man aber wirklich nur an der weißen Wand. Weder auf meiner lila Unterlage noch an der schwarzen Wand war dieser für mich sichtbar.

Das UV-Licht sieht auf kurze Distanz recht ungleichmäßig und wild aus. Nach ein paar Dezimetern ist das aber nicht mehr wahrnehmbar und funktioniert tadellos.

Die Laser sind beide einwandfrei und recht kräftig, vor allem der grüne schlägt die Olight Arkpro deutlich. Der rote liegt leicht über dem der Ultrafire Mini X3.

Beide sind selbst bei Tag problemlos über 20-30m auszumachen, der grüne deutlich weiter als der rote.
Das Seitenlicht ist ein reines Stimmungslicht. Weiß ist ein RGB-Mix, CRI und CCT spuckt der Lightmaster dafür nicht aus. Man kann es mit kaltweiß und unter 5 Lumen beschreiben, messen kann ich den Output leider mit meinem Setup nicht. Die RGB-Funktionen sind schön gemacht, vielfältig einstellbar und gefallen mir richtig gut.

Lumintop gibt 1200 Lumen für die Lampe an, das wird auch erreicht und mit 1150 Lumen nach 30S liegt die Lampe sogar nach ANSI noch gut innerhalb meiner Messtoleranz. Die Moonbox regelt dann einer Minute ziemlich schnell auf ca 300 Lumen runter und fällt dann langsam weiter ab bis auf 175. Danach geht es dann wieder etwas schneller abwärts, bis die Lampe noch mit 1-3 Lumen weiterleuchtet. Meine Messung endet bei 3 Lumen, danach läuft die Lampe noch eine ganze Zeit weiter.



Folgend findet ihr die Angaben von Lumintop im Vergleich zu meinen Messwerten:
| Eco | Low | Mid | High | Turbo(30s) | |
| Angaben Lumintop | 5 | 28 | 130 | 500 | 1200 |
| Meine Messungen | 5 | 33 | 160 | 580 | 1250 (1150) |
CCT liegt über alle Stufen bei ca. 5500K
CRI liegt bei 68.
DUV liegt über alle Stufen bei 0,009, der Tint wirkt aber eher gelblich als grünlich.
PWM war für mich weder mit Kamera noch mit dem Auge erkennbar.
Flicker sieht über alle Stufen ähnlich aus, zusätzlich die Rohdaten für Low und Turbo für alle, die es interessiert.

Zusammenfassung
Schaut man sich die reinen Messergebnisse an, könnte man durchaus Kritik üben. Positiver DUV, nicht geregelt, das ist häufig unbeliebt. Stört mich auch bei vielen Lampen.
Aber die Moonbox ist anders.
Nicht so ernst, eher fast schon verspielt.
Ja, das klingt komisch, aber trifft mein Empfinden am ehesten.
Die Lampe landet oft in meiner Tasche, auch wenn ich nur das weiße Licht brauche und mir eigentlich ein Clip lieber wäre. Denn das weiße Licht ist echt nicht schlecht, die Lampe bedient sich super und liegt gut in der Hand.
Und wenn man dann mal ein Spielzeug haben will, bietet die Lampe auch genug.
Wer also ein knallhartes Werkzeug sucht, der sollte Abstand nehmen. Für jeden, der mit einer interessanten, spaßigen Lampe seine Kollektion erweitern möchte und die Lampe dazu aber ggf. auch noch wirklich nutzen möchte, dem kann ich die Moonbox wärmstens ans Herz legen.

