Disclaimer: Wuben hat mir die Lampe kostenlos zur Verfügung gestellt. Ich wurde für das Review nicht bezahlt und es wurde kein Einfluss darauf genommen.
Spezifikationen laut Wuben
Alle Informationen finden sich auf der Herstellerseite: https://www.wubenlight.com/products/wuben-l3-flashlight


Lieferumfang und Verarbeitungsqualität
Die Lampe wird in einem typischen, weißen Wuben-Karton mit blauen Akzenten geliefert. Es ist eine klassische Schachtel mit Schuber – nicht der Klapp-Stil der X4 –, macht aber dennoch einen sehr guten ersten Eindruck. Im Lieferumfang enthalten sind ein mehrsprachiges Handbuch, ein USB-C-Kabel und ein Lanyard. Der Akku befand sich bereits in der Lampe, geschützt durch ein Isolierplättchen.


Wuben hat mir die schwarze Version geschickt, welche anscheinend auch die einzige existierende Farbe ist. Die Anodisierung ist perfekt, die Lampe insgesamt makellos. Der gummierte Schalter ist eine Besonderheit: Er hat einen Klickpunkt, und wenn man tiefer drückt, folgt ein zweiter Klick. Anders als beispielsweise bei Olight sind dies nicht nur zwei Stufen, sondern zwei definierte Klicks. Ein sehr interessantes Konzept, welches mir so noch nicht begegnet ist. Der Schalter ist etwas vertieft eingebaut, sodass er nicht so leicht versehentlich betätigt werden kann. Die Lampe beherrscht problemlos den Tailstand. Das macht allerdings besonders die zweite Stufe des Schalters etwas schwieriger zu klicken.

Die LED sitzt in einem glatten, nicht sehr tiefen Reflektor und ist gut zentriert. Sie wird von Glas geschützt, von dem ich annehme, dass es vergütet ist.

Neben dem Bezel befindet sich ein Ring, der gelöst werden kann, um den USB-C-Anschluss freizulegen. Interessantes Design: Nicht nur der geriffelte Ring lässt sich sich nach oben verschieben, sondern auch der vertiefte, glatte Bereich zwischen Ring und Bezel schiebt sich unter den Bezel. Daneben befindet sich am Gehäuse auch eine Akku-/Ladeanzeige (in blau/rot). Das Laden funktioniert einwandfrei, allerdings verweigerte die Lampe die Kommunikation mit einem meiner 100W-Kabel und blinkte rot. Alle anderen Kabel funktionierten jedoch. Es scheint genau an dieser Kombination zu liegen, aber da das Kabel sonst noch nie Probleme gemacht hat, wollte ich es erwähnen.

Insgesamt fühlt sich die Lampe etwas rutschig an. Ich habe mir oft gewünscht, sie hätte irgendeine Art taktischen Ring. Vielleicht kann Wuben dies bei einem Nachfolger umsetzen – eine kleine Gummilippe wie bei der Olight Warrior X4 wäre perfekt!
Größe
Meine Waage unterstellt der Lampe 183g mit Batterie. Ich messe 138mm Länge, 29,1mm Duchmesser am Bezel und 36mm auf die breiteste Stelle incl. Clip gemessen.

Convoy M1, Wuben L3, Sofirn SC13 Copper
Tragemöglichkeiten
- Lanyard: Ein einfaches Lanyard ist enthalten. Nichts Besonderes, aber die Qualität ist gut. Es kann an der Tailcao befestigt werden, dort gibt es zwei Löcher, sodass die Lampe auch mit befestigtem Lanyard im Tailstand stehen kann.
- Clip: Der Clip ist zum Aufstecken auf das Gehäuse gedacht. Er ist vormontiert und sitzt sehr fest, sodass er sich nicht von selbst löst. Mir gefällt der Clio sehr gut. Die Biegung an der Öffnung hat genau den richtigen Winkel und die Kontaktfläche zum Gehäuse ist flach und breit. Er bietet genug Platz für Gürtel oder dickes Gurtband.
- Magnet: Da es sich um eine Lampe mit Heckschalter handelt, gibt es keinen Magneten.
Bedienung (UI)
Das UI ist, genau wie der Schalter, etwas speziell.
Wenn die Lampe ausgeschalten ist:
- Erste Stufe des Schalters: Momentlicht im gespeicherten Modus.
- Zweite Stufe: Dauerhaftes Einschalten im gespeicherten Modus.
Wenn die Lampe eingeschalten ist:
- Ein Klick der ersten Stufe wechselt die Modi: Eco – Low – Medium – High – Medium – Low – Eco….
- Gedrückthalten der ersten Stufe aktiviert momentary-Turbo.
- Ein Klick der zweiten Stufe schaltet die Lampe aus.
- Stroboskop wird durch einen Doppelklick der ersten Stufe in jedem Zustand der Lampe aktiviert.
Wuben hatte definitiv gute Ideen für das UI, und es funktioniert soweit auch gut. Ich hätte die Reihenfolge E-L-M-H-E-L-M-H bevorzugt, da es einfacher vorhersehbarer ist, welcher Modus als Nächstes kommt. Was ich immer wieder instinktiv versucht habe, ist ein Gedrückthalten der zweiten Stufe des Schalters. Vielleicht kann Wuben das in einer zukünftigen Version als Shortcut implementieren.
Ich kann mir vorstellen, dass bei ausgeschalteter Lampe das Gedrückthalten der zweiten Stufe ein sehr guter Shortcut für momentary-Turbo wäre.
Lichtbild und Messungen
Die Messungen wurden in einer 30cm Ulbrichtkugel mit einem TSL2591 Lux-Sensor durchgeführt. Ich hatte bisher noch keine Chance, eine Kalibrierungs-Lampe zu benutzen, aber sie ist ziemlich gut eingestellt und stimmt mit den Werten anderer Reviewer sehr gut überein. Da es sich um Hobby-Equipment handelt können Messungen fehlerhaft sein oder abweichen. Zusätzliche Messungen wurden mit einem Opple Light Master III durchgeführt.
Alle Tests wurden mit dem mitgelieferten Akku durchgeführt, der vor jedem Test in der Lampe voll aufgeladen wurde.
Der Beam besteht aus einem großen Spot mit weicher Corona und einem breiten Spill, ich habe keine Artefakte gefunden.
Turbo ist nur als momentary verfügbar, daher gibt es kein vollständiges Laufzeitdiagramm hierfür, aber die Lampe regelt ohnehin recht schnell auf das dauerhaft haltbare Level herunter. Im folgenden Diagramm habe ich die erste Aktivierung des Turbos durchlaufen lassen und ihn dann nach kurzer Zeit wiederholt aktiviert. Die Lampe wird dabei sehr heiß, mein Temperatursensor hat 60° ausgespuckt und ich bin sicher, dass das nicht an der heißesten Stelle war. Für einen momentary-Turbo mag ich das, aber ich weiß, dass es dazu durchaus auch andere Meinungen gibt.

Auf High liefert die Lampe etwa 7 Minuten lang 1500 Lumen und geht dann für über eine halbe Stunde auf 1200 runter. Danach fällt sie langsam unter 1000 Lumen – meiner Meinung nach eine ziemlich gute Regelung für eine Lampe dieser Größe. Nach etwa 2 Stunden dimmt die Lampe für eine halbe Stunde auf etwa 270 Lumen, bevor sie abschaltet.


Auf allen anderen Stufen ist die Lampe flach geregelt – den niedrigsten Modus habe ich allerdings nicht getestet. Die Laufzeiten sehen gut aus.

Der Akku zeigt etwa 2,9 Volt an, direkt nach dem Abschalten aus der Lampe genommen. Ich habe eine Kapazität von 4941mAh mit meinem Ladegerät gemessen.

Wuben hat eine Luminus SST70 verbaut und wir alle wissen, was das bedeutet: Maximale Leistung auf Kosten eines schönen Tints – und diese ist ein Paradebeispiel. Während Leistung und Sustain wirklich gut sind, ist der Tint es nicht. Er ist, wie nicht anders zu erwarten, kaltweiß und hat einen niedrigen CRI, aber nicht nur das, sondern auch noch richtig “schön” grün.
- CCT reicht von 5100K auf Low bis 5500K auf Turbo
- CRI reicht von 62 auf Low bis 68 auf Turbo
- DUV reicht von 0,019 auf Low bis 0,012 auf Turbo
- Flicker ist immer im grünen Bereich, aber auf Low nahe an Gelb.
Ich konnte visuell kein PWM feststellen, meine Kamera ebenfalls nicht.
Zusammenfassung
Die L3 ist in jeder Hinsicht eine spezielle Lampe. Es ist eine Tube-Style-Lampe, aber sie hat trotzdem diesen speziellen futuristischen Wuben ECL-Stil. Sie wird über einen Tailswitch bedient, aber es ist ein Zwei-Stufen-Schalter. Wuben hat wirklich versucht, diese Art Lampe auf ein neues Level zu bringen.
Wie immer bei Innovationen ist es nicht einfach und ein Prozess. Während das UI etwas Verfeinerung gebrauchen könnte, ist es ein guter Anfang für diesen sehr coolen und innovativen Schalter. Dem Gehäuse fehlt es ein wenig an Grip, da es kein Knurling gibt, aber ich mag den allgemeinen Stil und die „Wespentaille“ sehr. Und diese USB-Port-Abdeckung ist fast schon overengineered, aber im guten Sinne.
Die LED-Wahl ist nicht mein Favorit. Der Beam ist in Ordnung, aber es ist einer der grünsten Tints, den ich je erlebt habe.
Die L3 ist nicht perfekt, aber sie ist sehr innovativ, sie versucht neue Dinge und ich hoffe, Wuben entwickelt dieses Konzept weiter. Es steckt so viel Potenzial in dieser Lampe, besonders im Schalter, dass es schade wäre, wenn es keine L3 v2 mit einigen kleinen Änderungen (UI, LED) gäbe.

