Sofirn ST10

Disclaimer: Sofirn hat mir die Lampe kostenfrei zur Verfügung gestellt und bezahlt mich nicht für das Review. Dieses spiegelt meine Meinung und Erfahrungen unbeeinflusst wieder.


Spezifikationen laut Sofirn


Packungsinhalt und Eindruck

Die Lampe wird in einer Sofirn-typischen, kleinen, weißen Box geliefert. Enthalten sind die Lampe selbst (bestückt mit einem 900mAh 14500 Akku, ein Lanyard gleich dem der Wurkkos HD03, eine mehrsprachige Anleitung und ein sehr kurzes USB C-C Kabel.

Die Lampe ist überraschend schwer: 48g ohne und 69g mit Batterie.
Die Konkurrenz in Form von Wurkkos HD03 (48g) und Oclip Pro (52g) ist inklusive Batterie deutlich leichter.
Die Verarbeitung ist einwandfrei, ich konnte keine Kritikpunkte finden. Die Lampe fühlt sich sehr robust an. Die silbergraue Anodisierung ist matt und eher glatt, bietet aber mit der Form der Lampe genug Halt. Es gibt keine scharfen Ecken oder Kanten.

Die Tailcap ist etwas größer als der Lampenkörper. Auch wenn das erst etwas seltsam anmutet, hat es mich durchaus überzeugt. Der Überstand ist klein genug um nirgends hängen zu bleiben, hilft aber enorm beim auf- und zuschrauben.

Sowohl in der Tailcap aus auch im Clip sind (ausreichend starke) Magnete.
Nutzt man jenen im Clip, will die Lampe sich kopfüber drehen. Das lässt sich bei der Art Konstruktion nicht vollständig vermeiden, ich wollte es nur erwähnen.

Schaut man auf den Clip, so finden sich auf der linken Seite zwei Schalter unter einer schwarzen Gummiabdeckung. Diese sind zwar durch eine Vertiefung getrennt, aber gleich hoch. Mit Handschuhen suboptimal, aber für so eine kleine EDC stört es mich nicht.
Zwischen den Schaltern sitzt, auch unter dem Gummi, eine kleine LED für den Ladezustand der Batterie (grün: 100-30%, rot 30-10%, rot blinkend 10-1%).

Die TIR-Linse am oberen Ende der Lampe sieht leicht mattiert aus und hat mehrere Ringe in sich. Soweit ich erkennen kann, ist sie nicht mit Glas bedeckt.

Die Linse an der Seite ist interessant. die zwei einzelnen Linsen für die LEDs haben eine Art orange-peel-Struktur, die Oberfläche hat fühlbare Rillen, vergleichbar zur Wurkkos HD03.


Trageoptionen

Clip: der Clip ist toll. Mit ausreichend Haltekraft und Gummi innen auf dem Clip hält er richtig toll, auch z.B. an einer Basecap. Die Konstruktion wirkt durchdacht und stabil.
Lanyard: Das Lanyard bietet mehrere Befestigungsoptionen und ist ok, wenn man es denn braucht und mag. Die Öse an der Lampe ist am Clip am oberen Ende. Finde ich super so, wenn man die Lampe aufhängt (z.B. im Zelt) neigt sie sich ca. 45° nach unten.


UI

Das UI für weiß ist gut und durchdacht, das für rot wäre ok, wenn es nicht vollständig inkonsistent zu weiß wäre.
Halten für Einschalten wäre ja noch ok, aber Click für Moduswechsel und halten für Ausschalten ist
verwirrend. Allerdings möchte ich anmerken, das es immer ein Kompromiss ist, mehr als eine Lichtquelle über einen Schalter zu steuern.

Trotzdem hätte ich Dreifachklick für Rot bevorzugt. Dann wären die selben Shortcuts zu Moon und Turbo möglich gewesen wie beim Frontlicht. Einzig die Gefahr, weiß statt rot einzuschalten wäre größer gewesen, was durchaus ein valides Argument ist.
Nach ein bisschen Eingewöhnung kann ich damit leben, trotzdem würde ich mir für Rot eine andere Lösung wünschen.


Messungen und visuelle Eindrücke

Das Frontlicht ist flutig, mit einem sehr großen, diffusen Spot und wenig Spill drumherum.

Das Seitenlicht ist ein nahezu reines Flutlicht, welches durch die Linse lediglich etwas in Form gebracht wird.

Rot ist analog zu weiß – und ziemlich hell! Mit Sicherheit eines der hellsten Rotlichter aller meiner Lampen.
Mein Favourit ist der rote Doppelklick-Beacon. Hell genug als Warnlicht selbst bei Tag, allerdings wahrscheinlich nicht bei hellstem Sonnenschein.

In meiner (absolut nicht genauen oder kalibrierten) Lumenbox kommt das Frontlich auf ungefähr 800, das Seitenlicht auf gute 500 Lumen.

Regelung gibt es keine (Beide Diagramme zeigen Turbo) :

Nachdem das Frontlicht nach ca. 1 Minute Turbo runterdimmt, bleiben noch 300 Lumen übrig, die dann langsam über 105 Minuten auf ungefähr 200 Lumen abfallen. Danach bleiben dann noch 20 Minuten mit wenig, trotzdem noch nutzbarem Licht.

Das Seitenlicht verhält sich sehr ähnlich, allerdings mit einem weiteren Herunterdimmen.

Mein Lightmaster III zeigt low CRI (70) für beide Lichtquellen. Das Frontlicht bewegt sich zwischen 6800 und 7000k, das Seitenlicht 6600-6800k. Erstaunlicherweise landen beide bei DUV 0,000 +-0,001.

Die Batterie kam nach dem Abstecken auf gesunde 4,18V und ist nahezu identisch zu einer 920mAh-Manker 14500 aus meinem Bestand. In meinen Augen eine richtig gute Wahl für die Lampe.


Zusammenfassung

Hätte Sofirn mir die Lampe nicht zur Verfügung gestellt, so hätte ich sie wahrscheinlich links liegen lassen. Nur von den Daten her hat mich die Lampe überhaupt nicht angelacht.
Nachdem ich sie nun einige Tage genutzt habe, muss ich aber zugeben, dass ich die kleine ST10 richtig lieb gewonnen habe. Sie war auf der Hunderunde dabei, hat beim Schrauben am Auto geholfen und war als EDC dabei. Gute Magnete, guter Clip, Output auch nicht schlecht. Für meine EDC-Anwendungen ist auch die Form des Beams richtig gut geeignet. Und das rote Licht ist super. Bis aufs UI…
Womit wir auch schon bei den Minuspunkten wären. Kaltes Licht und low CRI only. Zumindest etwas wärmer wäre fürs Seitenlicht schön gewesen. Und natürlich das Rot-UI, welches mir deutlich besser gefallen würde, wenn es sich mehr am Weiß-UI orientieren würde.

Alles in allem bleibt als Abschluss zu sagen, dass sich die kleine ST10, seit ich sie habe, nahezu jeden Tag in meine Tasche verirrt hat. Das liegt mit Sicherheit nicht wenig an der tollen Verarbeitung, ich habe die Lampe richtig gern in den Fingern.
Wahrscheinlich ist es aber zum Teil auch der Überraschung geschuldet, denn ich hatte keinerlei Erwartungen an die Lampe. Letztendlich mag ich sie aber lieber als die Wurkkos HD03 und die Olight Oclip Pro!

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